• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Nordenham

Totgesagte Eiben grünen wieder

10.08.2019

Nordenham Zugegeben, wer nur flüchtig hinschaut, für den sehen die meisten der zwölf Eiben, die den Weg zum Amtsgericht säumen, so aus, als wären dort Hopfen und Malz verloren. Doch wer genauer hinschaut, der wird an fast allen Bäumen zumindest zartes Grün entdecken, das sich langsam aus Stamm und Ästen schiebt. Lediglich bei einem Baum, wenn man aus dem Amtsgericht tritt gleich der Erste links, lässt das Grün weiter auf sich warten. Aber auch bei diesem Baum sei noch nicht auszuschließen, dass er doch noch einmal ausschlage, sagt Amtsgerichtsdirektorin Dr. Ann-Katrin von der Heide. Sie informiert sich regelmäßig über den Zustand der Eiben. Verantwortlich für das Baum-Ensemble ist aber das staatliche Baumanagement Niedersachsen.

Zeitraum von acht Jahren

Denn die Behörde betreut alle Bauwerke und Außenanlagen des Bundes und des Landes. Deshalb hat auch das staatliche Baumanagement einen Gärtner bestellt, der in Nordenham regelmäßig Bericht erstattet. Nach dem Radikalschnitt im Herbst 2017 haben sich die Bäume erst einmal in sich zurückgezogen. Erst nach und nach schlagen sie wieder aus, das sei völlig normal, habe der Experte versichert. Er rechnet damit, dass die Bäume circa acht Jahre benötigen, bis sie wieder üppiges Grün zeigen, berichtet Ann-Katrin von der Heide aus einem Schreiben des Gärtners.

Habe der Baum erst einmal ausgeschlagen, wachse das Grün im Durchschnitt 20 Zentimeter pro Jahr. Doch bei den zwölf Eiben handele es sich nicht bei allen Bäumen um dieselbe Art, sagt Ann-Katrin von der Heide. Auch so könnten sich Unterschiede im Wachstum ergeben. Eine genaue Vorhersage der Entwicklung kann natürlich auch der Experte nicht treffen. „Man muss Geduld haben“, fasst es die Amtsgerichtsdirektorin zusammen.

Hoher Wasserspiegel

Der trockene Sommer 2018 sei auch für die Eiben eine Belastung gewesen. Doch im Bereich des Amtsgerichts liege der Wasserspiegel relativ hoch, so dass die alten Eiben auch in der Trockenheit genug Wasser ziehen konnten, berichtet Ann-Katrin von der Heide. Es sei extra jemand vor Ort gewesen, der Probebohrungen vorgenommen hatte, um die Höhe des Wasserspiegels genau zu erfassen, erzählt Rita Linneweber, stellvertretende Geschäftsleiterin des Amtsgerichts.

Auch Bodenproben haben die Experten entnommen, um genau bestimmen zu können, wie viel und womit die Eiben gedüngt werden müssen, berichtet sie weiter. Die Bäume werden regelmäßig überprüft und gedüngt. Bei einem Baum gibt es den Verdacht auf einen Pilzbefall. Auch das wird regelmäßig überprüft und Proben entnommen.

In nächster Zeit sollen auch einige der grünen Netze, die um und über die Bäume gespannt sind, erneuert werden. Da Stamm und Äste der Eiben durch das vormals dichte Grün vermutlich seit Jahrzehnten keine Sonne mehr abbekommen haben, seien sie besonders empfindlich gegen das UV-Licht. Die Netze wurden angebracht, um die Bäume vor der UV-Strahlung zu schützen.

Mindestens neun der insgesamt zwölf Eiben hatten Experten der Erstbepflanzung des Areals zugeordnet. Die soll im Jahr 1912 erfolgt sein. Das Jugendstilgebäude, dessen Weg von der Bahnhofstraße bis zum Haupteingang die Bäume säumen, wurde 1913 eingeweiht. Weil sich die Bäume über die Jahrzehnte in Höhe und Breite so stark ausgedehnt hatten, dass sie in die Zuwegung hineinwuchsen, herrschte Handlungsbedarf. Ein auf historische Gärten spezialisierter Gartenbaubetrieb hatte 2017 den Rundumschnitt vorgenommen.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2202
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.