Nordenham - Als Radaubrüder sind die Mitglieder des Senioren- und Behindertenbeirats der Stadt Nordenham nun wirklich nicht bekannt. Im Gegenteil: Anlässlich eines Empfangs zum zehnjährigen Bestehen des Gremiums im Rathaus hoben die Gäste hervor, wie konstruktiv und respektvoll der Beirat seine Ziele verfolgt. Auch Bürgermeister Carsten Seyfarth lobte diese Tugend, bemerkte aber gleichwohl, dass Albert Mumme und seine Mitstreiter, wenn es sein muss, auch mal Radau machen können. Die Demonstrationen gegen die Schließung des Awo-Seniorenheims als Ilseplatz seien ein Beispiel dafür. Carsten Seyfarth lobte diesen Einsatz. Er sei sicher, dass der Beirat dazu beigetragen hat, dass die Arbeiterwohlfahrt nun 44 neue Pflegeplätze am Carl-Zeiss-Weg schaffen will.
Kampf gegen Barrieren
Der Beiratsvorsitzende Albert Mumme zählte in seiner Bilanz eine Reihe von Beispielen für den Kampf gegen Barrieren auf. Barrierefreiheit sei am Bahnhof, an den Bushaltestellen und im Museum erreicht worden. Albert Mumme betonte die Dringlichkeit, in der Stadt zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, der seniorengerecht und bezahlbar ist. Und er wies darauf hin, dass in die Pflege investiert werden müsse. Bis 2035 würden in der Wesermarsch 300 zusätzliche Pflegeplätze und 480 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Der Vorsitzende kündigte an, dass der Beirat auch in Zukunft die Augen offen halten und streitbar sein werde, wenn dies erforderlich sei.
Zum Gremium, das in erster Linie als Rat- und Ideengeber für Politik und Verwaltung der Stadt fungiert, gehören neben Albert Mumme noch dessen Stellvertreterin Marlies Strauch, Schriftführer Hermann Noelcke sowie Helga Drees und Ursula Freese. Der Vorsitzende nutzte die Gelegenheit, um sich bei seinen Mitstreitern für die geleistete Arbeit zu bedanken.
Wegweisender Schritt
Carsten Seyfarth bezeichnete die Einrichtung des Senioren- und Behindertenbeirats vor zehn Jahren als eine richtige und wegweisende Entscheidung. „Es muss Teil unseres Denkens sein, die Belange von Senioren- und Behinderten immer mit zu berücksichtigen.“ Bei dieser Bewusstseinsschärfung spiele der Beirat eine wichtige Rolle.
An der Feierstunde nahmen Vertreter des Stadtrats und verschiedener Netzwerkpartner teil. Alle lobten das wichtige Engagement und das menschliche Miteinander, für das die Beiratsmitglieder einstehen. „Helfen kann jeder in seinem Umfeld“, sagte Albert Mumme zum Abschluss. „Und wenn es nur darum geht, seinem Nachbarn aus der Zeitung vorzulesen oder rechtzeitig die Mülltonne vom Bürgersteig zu holen, damit sie kein Hindernis für Rollstuhlfahrer ist.“
