Nordenham - In vielen Sitzungen haben sie die Köpfe zusammengesteckt und beraten, wie es weitergeht. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Fraktionen, der Jugendarbeit und weiteren Einrichtungen hat überlegt, wie die Jugendarbeit gestaltet werden muss, damit sie von den Jugendlichen auch in Anspruch genommen wird. Herausgekommen ist ein neues Konzept für die Jugendarbeit in Nordenham, das der zuständige Fachausschuss bei seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig auf den Weg brachte.

Hintergrund der Initiative, die auf einen Antrag der SPD-Fraktion zurückgeht, ist der dramatische Rückgang an Besuchern in den Jugendeinrichtungen im Stadtzentrum (Jahnhalle) und in Einswarden (Kinder- und Jugendhaus). In beiden Häusern hat sich die Zahl der Besucher innerhalb der vergangenen Jahre halbiert. Die finanziellen Aufwendungen – rund 300 000 Euro im Jahr – stehen in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen. Nun will das Team der städtischen Jugendarbeit gegensteuern.

Einige Eckpunkte des neuen Konzepts stellte Harald Golkowski, der Leiter der städtischen Jugendarbeit, vor.

Herzstück der pädagogischen Arbeit sollen nach wie vor die offenen Bereiche in den beiden Häusern sein. Ziel müsse aber auch sein, die Jugendlichen dort aufzusuchen, wo sie sich aufhalten. Ein Ergebnis der Arbeitsgruppe ist, dass die Jugendarbeit künftig flexibel gehandhabt werden muss. Bei Bedarf können die Aktivitäten auch nach außen verlegt werden.

Neben Gruppenangeboten wie Kochen, Basteln und Werken sollen die Jugendhäuser „Orte des gemeinsamen Lernen“ sein. Geplant sind Qualifizierungsmodule in den Bereichen Lebenskompetenz (zum Beispiel einfache handwerkliche Fähigkeiten), Freizeit und Kultur (Kommunikationstechniken) und berufliche Qualifizierung (Bewerbungstraining). Pro Jahr sollen mindestens vier solcher Module angeboten werden.

Das neue Konzept sieht auch die Vermittlung von Beratungs- und Hilfsangeboten vor. Die Beratung soll die Bereiche Lebenszielperspektiven, Probleme mit Eltern, Schule und in der Freizeit sowie den Übergang von der Schule in Beruf oder Ausbildung abdecken.

Nach den Worten von Harald Golkowski wird derzeit ein Netzwerk mit allen Akteuren der Jugendarbeit in Nordenham aufgebaut. Ein wichtiger Punkt im neuen Konzept ist die Partizipation der Jugendlichen. Ziel sei es, einen Jugendrat zu installieren, der direkten Einfluss auf Angebotsinhalte, Hausregelungen und die Gestaltung der Häuser nimmt.

Darüber hinaus hat das Team der Jugendarbeit bereits damit begonnen, über eine Facebook-Seite im Internet mehr Jugendliche zu erreichen. Geplant ist, dass alle Aktivitäten transparent und mit Fotos dargestellt werden.

Großen Wert legen Harald Golkowski und seine Kollegen auf den Hinweis, dass die Jugendhäuser allen Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren offenstehen. Bisher werden sie überwiegend von Jugendlichen genutzt, die aus schwierigen Lebenslagen kommen.