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Europawahl Von Hochburgen und Krisengebieten

Nordenham - Die Europawahl war kaum beendet, da sind schon die ersten Helfertrupps ausgerückt, um die Plakate abzunehmen. Inzwischen erinnern nur noch wenige Politiker-Poster an den Wahlkampf, der in Nordenham eigentlich gar keiner war. Bis auf vereinzelte Infostand-Aktionen und Diskussionsrunden haben die Parteien wenig auf die Beine gestellt, um die Werbetrommel für ihre Europa-Kandidaten zu rühren. Der müde Aufgalopp mag auch ein Grund dafür gewesen sein, dass in der Unterweserstadt nicht einmal jeder dritte EU-Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben hat. Die Beteiligung an der Europawahl dümpelte in Nordenham bei 32,7 Prozent und lag damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 48 Prozent.

Die schwache Wahlbeteiligung hat in Nordenham allerdings nicht dazu geführt, dass die Parteien vom rechten Rand unerwünschten Auftrieb bekamen. Im Gegenteil: Sowohl die NPD als auch die Republikaner tauchen lediglich als Randnotizen in den Ergebnislisten auf.

Rechtsaußen chancenlos

Von den insgesamt 6726 abgegebenen Stimmen entfielen nur 31 auf die NPD (0,55 %) und 10 auf die Republikaner (0,14 %). Damit belegten die Rechtsaußen sogar in der Sparte der Sonstigen nur einen hinteren Platz. Die Tierschutzpartei mit 52 Stimmen und 0,77 % sowie die Piraten mit 62 Stimmen und 0,92 % waren da schon erfolgreicher.

Von den großen Parteien konnte die SPD in Nordenham mit einem Zuwachs von 3,8 Prozentpunkten am meisten zulegen und durfte sich mit 39,3 Prozent als Wahlsiegerin feiern lassen. Ihr bestes Einzelergebnis holten die Sozialdemokraten in der Schule Friedrich-August-Hütte (51,2 %), während sie im Esenshammer Hof (23,2 %) nicht so gut aussahen.

Die CDU kam insgesamt auf 36,3 % (+2,5) und war in Schweewarden besonders erfolgreich. In der schwarzen Hochburg im Stadtnorden holte die Union 51,1 %. Ihr schlechtestes Wahllokalresultat musste die CDU in Einswarden (25,4 %) hinnehmen.

Die Grünen, die in der Gesamtwertung von 8,8 % auf 7,4   % zurückfielen, hatten in der Oberschule an der Pestalozzistraße ihr bestes Revier. Dort kamen sie auf 13,8 %. Wenig zu holen gab es für die Grünen dagegen in der Abbehauser Schule (4,4 %).

Die Linken verschlechterten sich von 4,9 % auf 4,0 % . Ihre treueste Wählerschaft hatten die Linken in Einswarden (7,0 %), während sie in Schweewarden nicht eine einzige Stimme erhielten.

Ganz finster sahen in allen 21 Nordenhamer Wahllokalen die Zahlen der FDP aus. Das gilt vor allem für die Schule Am Siel, in der die Liberalen gerade einmal eine Stimme bekamen, was in dem Wahllokal einem Anteil von 0,5 % entspricht. Ihr Höchstwert waren die 4,4 %, die sie in der Abbehauser Schule erreichten. Insgesamt stürzte die FDP in Nordenham von 9,8 % auf 2,5 % ab.

Wesentlich besser gelaunt nahmen die Mitglieder des erst vor gut zwei Wochen gegründeten AfD-Ortsverbandes die Wahlergebnisse auf. Die Alternative für Deutschland kam bei ihrer Europawahl-Premiere in Nordenham auf 6,4 %. Den stärksten Zulauf hatte die AfD in der St.-Willehad-Schule mit 8,7 %, während sie in der Schule Atens mit 1,6 % weit abgeschlagen war.

Die vor einigen Monaten noch als Überflieger gefeierten Piraten haben bei der Europawahl eine Bruchlandung erlitten. In Nordenham kamen sie in der Gesamtwertung lediglich auf 0,9 %.

18,6 % in Einswarden

Die höchste Wahlbeteiligung vermeldete das Stimmlokal in der Abbehauser Schule mit 36,6 %. Am wenigsten war im Einswarder Mehrzweckhaus los: Dort beschränkte sich die Beteiligung auf enttäuschende 18,6 %.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)
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