BORKUM - Auf Borkum ist ein Landwirt kürzlich bei Arbeiten in einem Weidegraben auf eine schwere Kanonenkugel gestoßen. Wegen der Größe glaubte der ahnungslose Finder zunächst, eine Boßelkugel gefunden zu haben, stellte allerdings anhand des Gewichts schnell fest, dass es sich vermutlich um ein Geschoss vergangener Tage handelt.

Dr. Jan Kegler, Leiter des Archäologischen Dienstes der Ostfriesischen Landschaft, stellte in einer ersten Begutachtung fest, dass es sich um einen sogenannten Zwölfpfünder handelt. Dies sei ein gängiges Kaliber beispielsweise für Schiffskanonen des 18. und 19. Jahrhunderts gewesen. Das Relikt hat einen Durchmesser von etwa zwölf Zentimeter und ist eine gegossene eiserne Vollkugel. Auf die Frage, wie die betagte, gleichwohl gut erhaltene Kugel nach Borkum gekommen ist, gibt es bislang bestenfalls Spekulationen, jedoch noch keine plausible Antwort. Möglicherweise finden dies in nächster Zeit aber Mitarbeiter des Ostfriesischen Landesmuseums in Emden heraus, die sich wegen der dort untergebrachten Rüstkammer speziell auch mit Waffen beschäftigen. Dr. Kegler will die dortigen Kollegen zu Rate ziehen und er geht davon aus, dass eine metallurgische Untersuchung Aufschluss über die chemische Zusammensetzung gibt.

Da die Eisenkugel gegossen ist, werde man aufgrund von Verunreinigungen des Metalls später eventuell auch die Herkunft der Kugel klären können, so Dr. Kegler.