Harlesiel - Fünf große Müllstrudel gibt es bereits in unseren Meeren. Ungefähr 670 Tonnen Abfall kommen stündlich dazu. Ein Prozess, der nicht nur den Meeresbewohnern schadet, sondern auch uns Menschen. „Mittlerweile nehmen wir pro Woche ungefähr fünf Gramm Mikroplastik über unsere Nahrung zu uns. Das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte“, sagt Robert Raussau, Vorsitzender des Vereins New Ocean Project.

Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, hat der Verein eine Miniaturausstellung mit dem Titel „Plastic-World“ auf die Beine gestellt. Im Zuge der Plastik-Aktions-Woche sind Robert Rassau und sein Team mit einem Infomobil in Harlesiel. Sie haben vier Stationen vorbereitet, die den Besucher über Plastik in den Meeren und seine Folgen informieren sollen. „Normalerweise haben wir immer ein größeres Programm zur Aktionswoche, dieses Jahr mussten wir es Corona-bedingt etwas kleiner halten“, berichtet Rassau. Ihm ist es ein persönliches Anliegen, etwas an der Verschmutzung der Meere zu ändern. „Ich war beruflich sehr viel als Seefahrer unterwegs und habe dementsprechend viel gesehen. Und auch mit meinen Kindern gehe ich gerne surfen. Deswegen ist es mir wichtig, dass wir für die Generationen nach uns die Schönheit der Ozeane bewahren“, so der Vater von drei Kindern. Um einen Teil dazu beizutragen, gründete Robert Raussau 2015 die Organisation New Ocean Project, aus der auch der gleichnamige Verein hervorging, der sich für den Schutz der Meere und dessen Lebewesen einsetzte.

In diesem Jahr arbeitet der Gründer mit der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg zusammen und zeigt seine verkleinerte Ausstellung im Science Truck – einer mobilen Plattform, die Forschungsergebnisse zugänglicher machen soll. „Wir wollen die Wisschenschaft näher an die Bevölkerung bringen und den Dialog zwischen Forschenden und Bevölkerung fördern“, erklärt Dr. Silke Glogowski, Managerin des Projektes Innovation(s) Mobil. Im Truck haben Rassau und sein Team vier Stationen aufgebaut, die dem Besucher erklären, warum Plastik in unseren Meeren ein Problem ist. Mit selbst gebauten Modellen werden die Informationen auf den Texttafeln veranschaulicht. Neben der Präsentation im Inneren des Trucks gibt es auch noch ein Rahmenprogramm, bei dem zum Beispiel am Strand von Harlesiel Plastik gesammelt wird. Aber auch über Alternativen zu Kunststoff wollen Rassau und sein Team informieren: „Es gibt so einfache Alternativen wie zum Beispiel ein Stück Seife anstelle der flüssigen, aus der Plastikflasche.“

Obwohl die Ausstellung dieses Jahr etwas kleiner ist, sind die Ehrenamtlichen um Robert Rassau froh, ihren Beitrag zur Plastik-Aktions-Woche leisten zu können.