HARLESIEL - Es war ein wenig Schulterklopfen, das gestern beim Pressegespräch von Kurverwaltung, Vertretern aus Politik und des Carolinensieler Gewerbe- sowie Bade- und Verkehrsvereins untereinander verteilt wurde. Zu Recht – denn es ist in Harlesiel gelungen, den Strand zu öffnen und die Zäune, die seit den 1950er Jahren das Bild prägten und den freien Zugang verhinderten, abzubauen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Henry Aden von der Küstenräucherei Albrecht an die Kurverwaltung eine Liste mit 8000 Unterschriften übergeben, eine Forderung, den Zaun abzubauen. 'Vielleicht war die Zeit noch nicht reif dafür', sagte Aden nun gestern. Rudolf Habben, Leiter des Campingplatzes und des Strandbereichs, weiß von seinen Gästen – mit der Erneuerung ist die Kurverwaltung auf einem guten Weg. 'Die Resonanz ist durchweg positiv', so Habben.

Sicher müsse man den wirtschaftlichen Faktor, immerhin wurden aus dem Eintritt pro Jahr 50 000 bis 70 000 Euro eingenommen, berücksichtigen, aber die Öffnung sei ein Aushängeschild und werde als Werbung unbezahlbar sein, so Kurdirektor Kai Koch. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Nordseebad GmbH, Rolf Claußen, appellierte an die Gäste, den fälligen Tageskurbeitrag in Höhe von zwei Euro für Erwachsene und einem Euro für Kinder am Automaten zu entrichten. 'Schließlich wird mit dem Geld auch dafür gesorgt, dass der Strand immer sauber aussieht', so Claußen. 'Der Strand ist unsere Visitenkarte und zieht die Gäste, das dürfen wir nie aus den Augen verlieren', sagte Koch.