LANGEOOG - Der Titel 'Fair-Trade-Insel' hat am Wochenende Gäste aus Ecuador auf die Insel geführt. Rosario Samaniego und Yony Yanzaguano, Bananenproduzenten eines Kleinbauernverbandes in ihrer Heimat wurden so auf die Insel aufmerksam und verbrachten das Wochenende im Rahmen eines Deutschlandaufenthaltes zur fairen Woche auf Langeoog. Begleitet wurden sie von Arian Rathmann von Banafair, der zuvor ein sechsmonatiges Praktikum in Ecuador absolviert hatte und die Deutschlandreises als Dolmetscher unterstützt.

Sie besuchten den Eine-Welt-Laden der Inselkirche und führten hier Gespräche mit Inselpastor Torsten Both und Christa Brodtmann sowie mit Partnerbetrieben der Fair-Trade-Insel. Unter anderem trafen sie mit Norda Westerkamp im Haus Dünenlust und Michael Recktenwald vom Hotel Strandeck und vom Panoramarestaurant Seekrug zusammen.

Mit Blick auf die Schifffahrtslinie, über die die Container mit Bananen Deutschland erreichen, wurde eifrig informiert und diskutiert. Der persönliche Kontakt sei sehr wichtig für die Bananenproduzenten, um zu sehen, wo die Bananen landen und den Bedarf der deutschen Kunden kennen zu lernen. Gleichzeitig wollen sie über die Prozesse und Abläufe beim Anbau und Transport der beliebten Früchte informieren, um die Akzeptanz von fair gehandelten Produkten weiter zu fördern.

Die jährliche faire Woche auf der Nordseeinsel Langeoog spielt dabei eine wichtige Rolle: Sie könnte Anstoß für weitere Aktionen dieser Art sein.

Nach Terminen in Berlin und Hamburg in der vergangenen Woche und jetzt auf Langeoog folgen in den nächsten Tagen weitere Treffen in Süddeutschland, unter anderem in Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart. Geplant ist dabei auch ein Besuch in einer Bananen-Reiferei. Der Reifeprozess wird während des Transportes durch eine Temperatur von 14° Grad Celsius in den Containern unterbrochen und in Deutschland nach Bedarf der Abnehmer in Reifereien wieder aktiviert. Im Kleinbauernverband von Rosario Samaniego und Yony Yanzaguano haben sich etwa 600 Familienbetriebe mit Flächen von etwa fünf bis zehn Hektar zusammengeschlossen und engagieren sich für eine umweltverträgliche Produktion und den fairen Handel mit den Ländern Europas. Hier werden auch Kakao und andere Früchte angebaut, um Mono-Kulturen zu verhindern, die den Boden auslaugen. Große Unternehmen bewirtschaften dagegen Flächen von 600 bis 4000 Hektar.