Langeoog - Seit September ist das Interesse groß an der geplanten Trassenquerung mit Kabelverlegungen zu den Offshore-Windparks in der Nordsee. Mittendrin in diesen Planungen liegen die Inseln Langeoog und Baltrum. Der Ortsverein der Grünen auf Langeoog hatte deshalb zu einer Infoveranstaltung eingeladen. An einer von den Inseln vorbei oder quasi darunter durch werden die Kabel verlaufen. Doch wie groß wird der Einfluss auf den Nationalpark Wattenmeer und auch auf den regionalen Tourismus sein?
Dies fragen sich nicht nur Rat und Verwaltung, sondern auch die Langeooger Grünen.
Um diese und weitere, zum Teil auch technische Fragen zu erörtern, hatten die Grünen einen international bekannten Spezialisten für Horizontalbohrungen, Prof. Dr. Rüdiger Kögler, auf die Insel eingeladen.
An der Veranstaltung nahmen auch Ratsmitglieder, Bürgermeisterin Heike Horn mit weiteren Personen aus der Verwaltung sowie Sina Beckmann, die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes Friesland, die für die Bundestagswahl kandidieren möchte, teil. Anwesend waren zudem die Langeooger Grünen um ihre Vorsitzende Bärbel Kraus.
Prof. Kögler machte mit einer Präsentation anschaulich, wie mit dem Horizontal-Bohrverfahren große Strecken unterirdisch überwunden werden können. Dieses Verfahren sei bei den niederländischen Nachbarn bereits gut bei der Insel Texel erprobt. Ziel könne es sein, die notwendigen Bohrungen unterhalb des Wattenmeeres zu tätigen und so den schützenswerten Lebensraum nicht zu stören. Die Idee: eine Bohrung vom Festland, beispielsweise von Bensersiel bis zur Nordseite von Langeoog und von dort zum Offshore-Windpark. Die Strecke vom Festland bis zur See-Seite Langeoogs beträgt etwa zehn Kilometer. „Das wäre eine Herausforderung, aber technisch machbar“, so Professor Kögler. Was gegen Langeoog und damit für Baltrum sprechen könnte, seien die für die Inselversorgung auf Langeoog so wichtigen Süßwasserlinsen. „Diese dürfen unter keinen Umständen beschädigt oder in Mitleidenschaft gezogen werden“, so Grünen-Ratsherr Olaf Sommer und die Ortsverbands-Sprecherinnen Bärbel Kraus und Vanessa Schmidt.
Heike Horn regte die Gründung einer Task Force an, die sich nur um die Pläne der Trassenquerung kümmert. Die Bürgermeisterin stellte klar: „Der Tourismus darf an keiner Stelle von etwaigen Störungen betroffen sein – er ist unsere Haupteinnahmequelle.“
Der Rat will nun entscheiden, inwieweit in dieser Angelegenheit gehandelt werden kann. Sina Beckmann rückte in den Fokus, dass in dieser Diskussion die Energiewende und der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht gegen den Umwelt- und Wattenmeerschutz ausgespielt werden dürfe, da beide Positionen wichtig seien und zum Klimaschutz beitrügen.
Die Langeooger Grünen, so Kraus und Schmidt, werden sich in dieser Angelegenheit weiter engagieren. So denken sie zum Beispiel über einen Runden Tisch mit allen Beteiligten nach und avisierten – wenn von Rat und Verwaltung gewünscht – einen weiteren Besuch des Prof. Dr. Kögler, der dann beratend für das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit tätig sein könnte, so die Grünen in einer Pressemitteilung.
