Langeoog - Eigentlich stand die vorübergehende Schließung des Flugplatzes Langeoog nicht auf der Tagesordnung des Betriebsausschusses der Inselgemeinde Langeoog. Trotzdem wurde sie zum meist diskutierten Thema am Dienstagabend.
Bürgermeisterin Heike Horn informierte den Ausschuss, dass zuletzt bis Ende des Jahres keine stabilen Dienstpläne für die Flugleitung vorgelegen hätten. Dies sei der Grund für die Schließung durch die zuständige Aufsichtsbehörde gewesen. Der Langeooger Verwaltungsausschuss habe Einstellungen Anfang des Jahres zunächst mehrfach vertagt, im Mai aber zugestimmt. Auf Nachfrage aus dem Publikum, ob die Schließung mit den Entscheidungen des Rates zusammenhänge, antwortete Ratsvorsitzender Rainer Adelmund, dass jüngste personelle Entwicklungen die Ursache gewesen seien.
Anzeige des Ratsmitglieds
Die Bürgermeisterin führte aus, es habe eine Anzeige eines Ratsmitglieds gegeben, dass Mängel vorlägen. Das sei die Aussage der Behörde gewesen. Einen Tag vor der Schließung seien bei einer regelmäßigen Kontrolle nur geringe Mängel gefunden worden. Ratsherr Robin Kuper (parteilos) teilte jedoch mit, es habe sich bei dieser Liste um eine Checkliste der Flugleiter gehandelt. Demnach habe er der Luftfahrtbehörde keine Mängelliste zugeschickt, sondern hinterfragt, ob bei seiner Rückkehr als Flugleiter die Grundlage für den Betrieb gegeben ist.
Zur Betriebsgenehmigung verwies Heike Horn zudem darauf, dass es eine Genehmigung zum Umbau und Drehen des Helipads für Abfluggewichte bis zwölf Tonnen gebe. Dies sei bisher nicht umgesetzt worden. Es werde aber geprüft, den Antrag zurückzuziehen und den Helipad ohne „H“ nur für Rettungshubschrauber zu nutzen. Auf Nachfrage von Kim Streitbörger (CDU) nach einem Zeitplan teilte Horn mit, dass das Ziel der Verwaltung sei, schon Ende August die Voraussetzungen für die Wiederöffnung des Langeooger Flugplatzes zu erfüllen.
Fähre muss repariert werden
Die Fähre Langeoog IV muss am Rumpf repariert werden. Bei den Bodenplatten wurde festgestellt, dass der Stahl in einigen Bereichen nur noch zehn Millimeter dick ist. Die Kosten werden auf 154 000 Euro geschätzt. Ursache seien Berührungen mit dem Grund im Bensersieler Außentief bei niedriger Tide.
Bei der Neubeschaffung von Loks für die Inselbahn unterstützt der Ausschuss den Beschlussvorschlag der Verwaltung, die TU Dresden mit einem Gutachten für ein alternatives Antriebskonzept zu beauftragen, das inselspezifische und umwelttechnische Einflüsse berücksichtigt. Die Entscheidung wurde an den Verwaltungsausschuss weitergegeben.
500 neue Strandkörbe
Für die Jahre 2022 und 2023 sollen neue Strandkörbe angeschafft werden. Der Ausschuss empfiehlt, 200 Körbe für 175 000 Euro zu bestellen. Zudem ist für den August ein Testlauf für eine Online-Buchbarkeit von Strandkörben geplant. Vorübergehend sollen 20 Körbe über das Smartphone gebucht werden können.
In der kommenden Ratssitzung wird darüber entschieden, ob mit dem Beitritt zur Entwicklungszone Biosphärenreservat Wattenmeer gleichzeitig ein kommunaler Biosphären-Beirat gebildet werden soll. Vorbild dafür sei die Stadt Norden, hieß es.
