Langeoog - Die Inselschule Langeoog ist am Mittwoch von Tagesschausprecher Constantin Schreiber als „Schule ohne Rassismus und Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden. Schulleiterin Christine Deuter hatte darauf aufmerksam gemacht, dass dies in der Schule schon vor der Bewerbung eine Selbstverständlichkeit gewesen sei. Sie freue sich, dass die Schule als Paten Constantin Schreiber hätte gewinnen können.

Die Schülervertreter Geeske Bents und Kai Wettstein wiesen auf das große Engagement aller Schülerinnen und Schüler für das Projekt hin. Es sei eine aufregende Zeit der Vorbereitung gewesen, zum Gelingen hätten alle Klassen einen Beitrag geleistet.

Inselbürgermeisterin Heike Horn machte deutlich, dass sie stolz sei. Dieses starke Zeichen gegen Ausgrenzung durch die Schule und das hohe Engagement wirke weit über die Insel hinaus. Die Ereignisse zuletzt beim Bundesligaspiel in Duisburg hätten gezeigt, dass es ein brandaktuelles Thema sei. Mit der Auszeichnung sei der Weg für weitere Projekte geebnet, für die sie im Namen der Inselgemeinde Unterstützung zusagte.

Constantin Schreiber berichtete, dass er keinen Moment gezögert hat, zuzusagen. Zum einen halte er das aktive Eintreten gegen Rassismus für enorm wichtig, zugleich habe er einen Bezug zur Region: Er ist in Wilhelmshaven aufgewachsen. Spannend sei für ihn, dass nicht eine Großstadt im Fokus stehe, die sonst meist mehr Beachtung findet. Langeoog biete eine große Vielfalt und zeige, wie Zusammenleben funktionieren kann.

Den Lehrerinnen Kirsten Rottmann und Petra Ahrenholz liegt das Projekt am Herzen. Hinter dem Begriff Rassismus gehe es um so viel mehr, als man zunächst denke. Es gehe um Toleranz, Teamwork und gegenseitige Anerkennung. Die vielen Aktivitäten von gemeinsamen Schulfotos bis zu den Proben und Konzerten des Projektchores hätten sie daher sehr berührt. Kaum jemand wisse, dass an der Schule 16 Nationen gemeinsam lernen. Freundliche Aufnahme und respektvoller Umgang mit neuen Schülern sei selbstverständlich. Es sei wichtig, Visionen zu haben, wie das Miteinander funktionieren könne.

Als Geschenk überreichten sie ein Fotoalbum der Inselschule mit Bildern von Aktionen zum Projekt und dem alltäglichen Zusammenleben aller Schulmitglieder.

Landeskoordinatorin Constanze Schnepf war von Oldenburg online zugeschaltet und nannte die Bedeutung der vielfältigen Aktionen, die ein wichtiger Beitrag gegen Mobbing und Ausgrenzung seien. Sie rief die jungen Menschen auf, diese Ziele auch nach der Schulzeit aktiv weiter zu verfolgen. Langeoog sei nun Teil eines Netzwerks gegen Rassismus, zu dem inzwischen 3000 Schulen gehören. Dies sei der Anfang eines Weges, den man täglich weiter gehen müsse.

Auf dem Schulhof war dann eine Bühne aufgebaut worden, auf der der Regenbogenchor unter der Leitung von Katja Agena zunächst „We are the World“ und dann noch das Weihnachtslied „Merry Xmas, War is over“ sang.

Der Projektchor war vor sechs Wochen gebildet worden und hatte bereits in der katholischen Kirche am Nikolaustag einen kurzen Auftritt. Katja Agena lobte den Einsatz und den Mut der Mädchen und Jungen für den Chor und dankte Andreas Cipa für sein Percussionspiel und den vielen Unterstützenden im Hintergrund. Sie kündigte an, dass der Chor beschlossen habe, über das aktuelle Projekt hinaus gemeinsam Musik zu machen.

Auf dem Schulhof konnten jetzt auch alle Schülerinnen und Schüler der Inselschule persönlich mit dabei sein und applaudieren, die Stationen von Constantin Schreiber mit den verschiedenen Klassen konnten sie per Livestream in ihren Klassenräumen verfolgen.