Langeoog - Zuvor hatte der Rat Grünenratsfrau Bärbel Kraus um einen Bericht zu den jüngsten Erörterungsterminen im Raumordnungsverfahren für die Seetrassen 2030 gebeten, an denen die Sprecherin der Langeooger Grünen teilgenommen hatte.

Zu dieser Ratssitzung hatte Adelmund auch die Langeoogerinnen und Langeooger zuhause an den Bildschirmen begrüßt und angefügt „Wir sind heute Abend live!“, denn es war die erste Sitzung des Inselrates, die im Internet auf der Homepage der Gemeinde Online verfolgt werden konnte.

Das zentrale Thema des Abends stand dann nicht auf der Tagesordnung und einte den Rat und die Verwaltung: Dies sei kein Wahlkampfthema, hier gehe es um grundlegende Interessen der Insel, zu der man nur parteiunabhängig eine gemeinsame Meinung haben könne: „Wir müssen etwas tun, es geht um unser Wasser.“

Bärbel Kraus hatte zuvor über ein Fachgespräch berichtet, in dem das LBEG und die untere Wasserbehörde auf die Wärmeentwicklung der geplanten acht Stränge mit je vier Stromkabeln hingewiesen hätten. Durch die Stromkabel könne sich die Dichte des die Süßwasserlinse umgebenden Salzwassers verringern, sodass es sich in der Folge mit dem Süßwasser vermischen und dieses unbrauchbar machen könne. Daher sei es notwendig, die Korridore zu verlegen. Nur wenige Tage danach präsentierten TenneT und Amprion, die die Leitungen bauen möchten, schon ein Gegengutachten, dass zum Ergebnis komme, dass die Gefahr der Versalzung zu vernachlässigen sei.

Bürgermeisterin Heike Horn ergänzte, dass weitere Risiken bestünden. Insgesamt werde es 72 Bohrungen geben und für jede würden 400 Kubikmeter Wasser benötigt, hinzu kämen die Beeinträchtigungen für das Welterbe Wattenmeer in der mehrjährigen Bauphase. Zudem könne das Land die Nutzung des Sommerdeichs für die Bauzeit freigeben. Sie beklagte auch das manchmal pampige und ungehörige Verhalten gegenüber den berechtigten Inselinteressen. Erfreut sei sie aber, dass maßgebliche Gesprächspartner der Sitzungen die geringe Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens an der Süßwasserlinse in Frage gestellt hätten.

Jan Martin Janssen erinnerte an die Folgen der Weihnachtsflut 1717, durch die die Insel lange unbewohnbar gewesen sei. Danach habe sich in diesem sensiblen Bereich erst über Jahrzehnte wieder eine Süßwasserlinse bilden müssen.

Trockenheit werde an immer mehr Orten zum Problem, daher dürfe man die Zukunft der Langeooger Süßwasserlinse nicht den Kabeltrassen überlassen: „Wir müssen für unser Wasser auf die Barrikaden gehen und geeignete Korridore erkämpfen“, hieß es.