Langeoog - Im Rahmen einer Seminarwoche der westfälischen Pflegeschule Hamm auf Langeoog stand für die Auszubildenden zu Pflegefachkräften am Donnerstag das Thema Notversorgung auf dem Programm.
Die Leiterin des Seniorenhus „bliev hier“ Nicole Bäcker hatte dazu die Rettungskette der Insel eingeladen, um über ihre Aufgaben zu referieren. Die Inselärzte Georg Licht und Dr. Joachim Koller, Gemeindebrandmeister Olaf Sommer von der Freiwilligen Feuerwehr, Michael Agena als Leiter der Langeooger Rettungswache Mittelhessen, Vormann Sven Klette von den Seenotrettern der Insel und Katharina Enenkel vom „bliev hier“ standen den jungen Menschen Rede und Antwort.
Ein Teil der Teilnehmenden hospitierte einige Tage im Seniorenhus. Im Rahmen der Woche wurden Vorträge gehalten, Praxisaufgaben gestellt und reflektiert. Nicole Bäcker strebt für das „bliev hier“ als Ausbildungsträger überregional Kooperationen mit Pflegefachschulen an, deren Auszubildende zum Beispiel in den Ferien im Haus hospitieren oder von den Schulen dafür abgestellt werden, denn sie müssen in unterschiedlichen Bereichen Pflichtstunden nachweisen. Ein Pflegeverbund mit Wittmund besteht bereits.
Inselarzt Georg Licht ging auf die besondere Herausforderung der Rettungskette auf einer Insel ein. „Eine Insel ist wie ein Schiff, es gibt viele Aufgaben, aber wenig Köpfe.“ Daher hätten oft viele Insulaner mehrere Hüte auf und die Notversorgung sei nur durch intensives Engagement des Einzelnen möglich. Die Zusammenarbeit sei vertrauensvoll, man kenne sich und könne sich aufeinander verlassen. Das sei umso wichtiger, da im Sommer aus einem 1800-Seelen-Dorf eine Kleinstadt mit über 10 000 Menschen und Notfällen von der Muschel im Fuß bis zum Schlaganfall oder Herzinfarkt werde. Der ungewöhnlichen Rettungskette auf der Insel komme dabei eine wichtige Bedeutung zu, denn während am Festland ein Rettungswagen einen Patienten zum Krankenhaus fahre, seien hier nacheinander Feuerwehr, Rettungswagen und Seenotretter oder Rettungshubschrauber beteiligt.
