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Tourismusausschuss berät Zukunft des „Haus der Insel“ auf Langeoog weiter ungewiss

Klaus Kremer

Langeoog - Die Zukunft des „Haus der Insel“ auf Langeoog ist ist weiterhin unklar. Im Tourismusausschuss in dieser Woche diskutierten die Ratsmitglieder darüber, wie das Haus der Insel auch in Zukunft gehalten werden könne. Nils Jenssen berichtete über Sondierungsgespräche mit möglichen Partnern, mit denen ein touristisches Gesamtkonzept für die Insel erstellt werden solle. Es gebe derzeit kein klares Profil, es müssten Schwerpunkte gesetzt werden.

Zuvor hatte Kämmerin Cornelia Baller die Eckpunkte der Entscheidung des Landkreises erläutert. Der Bau und die Veräußerung von Wohnungen durch die Gemeinde sei nicht möglich, auch wenn damit die Sanierung kommunaler Liegenschaften finanziert werde. Der öffentliche Zweck sei nur indirekt gegeben. Das Land habe zudem festgestellt, dass das Haus der Insel nicht zur Erfüllung kommunaler Aufgaben benötigt werde.

Defizite müssen ausgeglichen werden

Die Überschüsse der Inselgemeinde müssten auch in Zukunft die Defizite des Tourismus-Service Langeoog (TSL) decken können. Dessen öffentlicher Anteil sei aber mit 350 000 Euro zu hoch. Die Deckung sei nur über Einnahmen, die nicht in die Kalkulation des Gästebeitrags fließen, Steuererhöhungen oder Reduzierung der freiwilligen Leistungen für die Kita, das JAM oder das „bliev hier“ möglich. Das wäre der Preis, wenn man das Haus der Insel halten wolle.

Bärbel Kraus (Grüne) erinnerte daran, dass die Gemeinde schon seit 2015 keine Defizite mehr übernehmen müsse und dass die Eigenkapital des TSL zurzeit außerordentlich gut sei und zuletzt durch die Einlage des Haus der Insel noch einmal deutlich erhöht worden sei.

Jan Martin Janssen (Union für Langeoog) verwies auf Neuharlingersiel und Sankt Peter Ording, wo man durch sinnvolle Investitionen Paradebeispiele geliefert habe, wie man sich touristisch stärken könne. Es dürfe keinen Ausverkauf geben, Langeoog wäre nur vorübergehend die finanziellen Sorgen los, würde das aber mit einem deutlichen Rückgang der Gästezahlen und damit durch massive Einbußen alle Vermieter und Betriebe erkaufen. Vielmehr müsse Langeoog sein Profil schärfen und klug investieren, damit man auch in Zukunft auf Langeoog leben könne. „

Keine Sanierung ohne Verkauf

Bürgermeisterin Heike Horn wiederholte dazu ihre Auffassung, dass Langeoog in dieser Thematik nicht mehr entscheide, das Land gebe Lösungen der Insel frei oder nicht. Das sei das Korsett, auch wenn den Ausverkauf natürlich niemand wolle. Der Ausschussvorsitzende Michael Recktenwald hatte das Publikum zuvor über ein informelles Treffen des Rates ohne Verwaltung informiert. Man sei sich einig gewesen, dass es keine Sanierung ohne Verkauf gebe, dass man einen Saal für Veranstaltungen erhalten wolle und dass der Betrieb des Saales nur mit privaten Partnern zum Beispiel ein Hotel möglich sei. Nur Betten könnten dort Wirtschaftlichkeit herstellen. Dafür solle nur zielorientiert ein Konzept mit Unterstützung von Beratern gefunden werden.

Bärbel Kraus ergänzte, dass man übereingekommen sei, dass man das Kur-und-Wellnesscenter verkaufen wolle, dass aber in der Frage des Haus der Insel weiterhin sehr unterschiedliche Auffassungen im Rat bestünden.

Prüfen was man zukünftig anbieten wolle

Rüdiger Schmidt (Langeoogers) wies auf den andauernden Personalnotstand hin, der im Widerspruch zum unglaublich großen touristischen Angebot stehe. Daher müsse man prüfen, was man zukünftig anbieten wolle und ob als Beispiel wirklich acht Toilettenhäuser notwendig seien.

Zurück gestellt wurden einstimmig die Vorschläge, einen Gästebeirat zu gründen und eine Partnergemeinde zu suchen. Beides sei zurzeit personell nicht zu leisten, zudem gebe es weiteren Beratungsbedarf. Beides solle im Herbst erneut auf die Tagesordnung genommen werden. Zudem solle auch über einen Langeoogerbeirat beraten werden in dem verschiedene Branchen vertreten sind, die Erfahrung mit den Bedürfnissen von Gästen und Mitarbeitenden haben. Michael Recktenwald vertrat die Ansicht, dass der Rat solch ein Beirat bereits sei, andere Ausschussmitglieder vertraten die Ansicht, dass zusätzliche Impulse für die Ratsarbeit sehr sinnvoll seien.

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