Langeoog - In der jüngsten Sitzung des Rates Langeoog mündete eine Frage aus dem Publikum nach den Kosten für den Anbau an das Erlebnisbad – speziell zu den Verantwortlichen für die Mehrkosten – in einer Debatte. Der Neubau soll in Zukunft den Anwendungsbereich des Kur- und Wellness-Centers (KWC) aufnehmen, so dass das heutige KWC-Gebäude dann für den Verkauf oder eine neue Verwendung zur Verfügung steht.
Die Diskussion um die Verantwortung für die stark gestiegenen Baukosten – aktuell werden statt der ursprünglich zwei Millionen Euro vier Millionen veranschlagt – zeigte Unterschiede in der Bewertung durch Rat und Verwaltung auf. Die Kommunalpolitiker hätten den Bau, so wie er jetzt errichtet worden sei, nicht beschlossen, stellte Ratsmitglied Kim Streitbörger (CDU) fest. Vielmehr sei man damals von der Verwaltung „hinters Licht geführt worden“. Man habe erst viel später nach Einsicht in die Akten festgestellt, dass die der Ratsentscheidung zugrundeliegenden, vorgestellten Zeichnungen und die Kostenschätzung nicht zusammen passen.
Bürgermeisterin Heike Horn hielt dem entgegen, dass ein Mitglied des Rates damals auf diese Diskrepanz aufmerksam gemacht habe. Dies sei aber nicht weiter verfolgt worden. Dem widersprach Streitbörger: Man habe dem Rat immer wieder versichert, dass trotzdem der Kostenrahmen eingehalten werde. Weitere Planänderungen seien nach dem Beschluss des Rates vorgenommen worden, ohne diesen aber zu informieren.
Olaf Sommer (Grüne) ergänzte, dass die Verwaltung auf Nachfrage zudem bestätigt habe, dass auch nach Abbruch des Interessenbekundungsverfahren (IBV) 2018 zur Veräußerung von KWC und Haus der Insel die Finanzierung sichergestellt sei. Streitbörger fügte an, dass das IBV abgebrochen worden sei, da die Bürger Langeoogs von den Dimensionen erschrocken gewesen waren. Jetzt entwickele man eine Lösung im Sinne der Langeooger.
Horn wiederum stellte infrage, ob der Abbruch des IBV wirklich die Meinung der Langeooger war – nur ein Wahlverfahren könne ein wirkliches Meinungsbild schaffen.
