SPIEKEROOG/NEUHARLINGERSIEL - Ein Kajakfahrer verdankt sein Leben aufmerksamen Passagieren der Spiekeroog-Fähre und der Revierkenntnis der Neuharlingersieler Seenotretter. Die Freiwilligen-Besatzung des Rettungsbootes 'Neuharlingersiel' der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) rettete den stark unterkühlten Mann am Sonnabendnachmittag sprichwörtlich in letzter Minute aus dem Wattenmeer.

Gegen 13.50 Uhr hatte sich sich die Inselfähre 'Spiekeroog I' bei der DGzRS gemeldet. Passagiere hatten ein gekentertes Kajak nahe der Tonne 18 in der Otzumer Balje gesichtet. Wenig später legte 'Neuharlingersiel' ab. Die Seenotretter fanden den Mann etwa anderthalb Seemeilen östlich der gemeldeten Position. Bei Nordwestwind um sechs Beaufort war der 70-Jährige abgetrieben. 'In der kabbeligen See war das gekenterte Boot kaum auszumachen. Der Mann hielt sich mit letzter Kraft daran fest. Nur sein Kopf ragte aus dem Wasser', schildert Vormann Wolfgang Gruben die schwierige Suche. Die Seenotretter hüllten den kaum ansprechbaren Schiffbrüchigen in Decken, in Neuharlingersiel warteten bereits Notarzt und Rettungswagen. Der 70-Jährige war mit einem zweiten Kajakfahrer unterwegs gewesen, der allerdings sicher die Insel erreicht hatte.