• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de

Notaufnahme für verunglückte Smartphones

02.10.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T14:40:47Z 280 158

Iemergency:
Notaufnahme für verunglückte Smartphones

Oldenburg Plumps. Da ist es ihr auch schon passiert. Das schicke, teure Smartphone liegt im Klo. Wasserschaden, Mist. Und nun? Das Einschicken an den Netzanbieter würde vier bis sechs Wochen dauern, aber nur ein einziger Tag ohne ihr Smartphone fällt der Besitzerin schwer. Also: Ab in die Notaufnahme an der Friedrich-Naumann-Straße in Oldenburg.

„99 Prozent der Frauen, die mit einem Smartphone mit Wasserschaden in unsere Klinik kommen, ist das Handy ins Klo gefallen“, berichten Stefan Berding und Manuel Sandstede. Sie sind die „Ärzte“ der „iEmergency“, der Oldenburger iPhone-Klinik. Wasserschäden und kaputte Displays sind ihr täglich Brot.

Die Idee kam den beiden gemeinsam mit Tammo Apeler im vergangenen Jahr. Alle drei arbeiteten in einem Apple-Fachhandel. Viele Kunden wandten sich mit kaputten Geräten an sie. Doch von Apple aus konnten die drei Technik-Freaks, wie sie sich selbst bezeichnen, den Kunden nicht weiterhelfen. Am 1. März 2012 schlugen sie daher den Weg in Richtung eines eigenen Unternehmens ein. Täglich nach Feierabend nahmen sie sich der kaputten Geräte an. Nachdem sie gemerkt hatten, dass sie offensichtlich eine Marktlücke füllten, öffneten sie drei Monate später, am 1. Juni 2012, ihren eigenen Laden – und der lief vom ersten Öffnungstag an richtig gut. So gut, dass Sandstede seit dem 1. September Vollzeit als „Arzt“ arbeitet, Berding Teilzeit. Die anderen drei Tage arbeitet er weiterhin im Apple-Fachhandel. Der 19-jährige Tammo Apeler hat indes eine Ausbildung zum Mechatroniker angefangen, auf die er sich voll konzentriert. „Das ist vernünftig“, finden Berding und Sandstede.

Besonders bemerkenswert bei der iEmergency ist Folgendes: „Wir haben nie einen Kredit aufgenommen oder Schulden gemacht, sondern alles aus den Kundeneinnahmen nach und nach aufgebaut“, sagt Berding, gelernter Elektroinstallateur, und lässt den Blick durch die kleine „Klinik“ schweifen. Vor der Ladenöffnung hatten sie sich ausgerechnet, wie viel sie im Monat einnehmen müssten, damit Sandstede als Vollzeitkraft davon­ leben kann. „So eine niedrige Zahl haben wir aber noch nie gemacht“, sagt Sandstede. Längst haben sie die Idee, zwei weitere Filialen zu eröffnen – wo, verraten sie noch nicht.

Einen Kunden, der beim Rausgehen schlecht gelaunt oder frustriert sei, erzählen die beiden, hätten sie noch nie gehabt. Ihre Priorität setzen sie stets auf den Kunden-Service. Es gebe sogar, haben Berding und Sandstede herausgefunden, Elektronik-Großhandel in Oldenburg, deren für die Reklamation zuständige Mitarbeiter die Kunden auf die iPhone-Klinik aufmerksam machen.

Ging es am Anfang nur um das iPhone, „verarzten“ sie mittlerweile auch alle anderen Smartphones sowie Tablet-PCs. Dass sie nicht in der Innenstadt, sondern ein kleines Stückchen außerhalb ansässig sind, stört die beiden nicht – ganz im Gegenteil. „Wir wollen, dass unsere Kunden in Ruhe und kostenlos parken können und keinen Stress haben“, sagt Sandstede. Außerdem müssten sie für die Mietpreise sonst viel mehr arbeiten; doch die beiden kämen jetzt schon kaum hinterher.

Nicht nur die Pflicht, auch die Kür haben die beiden auf ihrer Angebotsliste stehen: Schönheits-Ops fürs iPhone. Vor allem Rosa sei neben Blau und Grün zum Beispiel sehr begehrt als Farbe fürs iPhone.