Hude - Ein starkes Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine und für Frieden in Europa haben rund 120 Schülerinnen und Schüler aus dem Schulverbund der Gemeinde Hude gesetzt. Bei einem Sternlauf symbolisierten sie einen Tag, bevor sich Russlands Angriff auf die Ukraine (24. Februar) zum ersten Mal jährt, ihren Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.
Zum ersten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine will der Landkreis ein Zeichen setzen. Spitzenvertreter des Kreises und seiner Kommunen rufen am Freitag, 24. Februar, zu einer öffentlichen Schweigeminute um 10 Uhr auf. In Betrieben, Behörden und öffentlichen Einrichtungen soll für eine Minute der Menschen in den Kriegsgebieten, der Geflüchteten und der Opfer des Krieges gedacht werden.
Die Huder Bürgerschaft ist zudem eingeladen, sich um 18 Uhr auf dem „Piazza Fiume Veneto“ (nahe Lidl-Markt) zu einem stillen Gedenken zusammenzufinden. Zunächst wird der Bläserkreis von Alexander Potiyenko (Kirchenmusiker der evangelischen Kirche in Hude und aus Kiew stammend) musikalisch einleiten. Anschließend wird Bürgermeister Jörg Skatulla alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Um 18.08 Uhr folgt ein dreiminütiges stilles Gedenken, für das ein Windlicht oder eine Kerze mitgebracht werden soll. Zum Abschluss wird die ukrainische Nationalhymne gespielt.
Gemeinsamer Treffpunkt
Vertretend für jede Huder Schule ist eine Delegation – beispielsweise eine Klasse, die sich im Unterricht gerade mit dem Krieg beschäftigt – von der jeweiligen Schule aus gestartet. Mit Friedensbannern, Ukraine-Flaggen und Peace-Zeichen haben die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg direkt erkennen lassen, wofür sie stehen: Frieden.
Alle Gruppen trafen sich im Zentrum Hudes – auf dem Bahnhofsvorplatz. Empfangen wurden sie dort von Marion Daniel, stellvertretende Landrätin, und vom Huder Bürgermeister Jörg Skatulla. Beide würdigten die Aktion der Schülerinnen und Schüler und waren sich einig, dass nicht oft genug ein Zeichen gegen den Krieg gesetzt werden könne.
Daniel gab den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg, dass sie ihre ukrainischen Klassenkameraden – die im letzten Jahr an ihre Schule kamen, weil sie vor dem Krieg flüchten mussten – mit in ihr Leben integrieren sollen, ihnen bei Sprachproblemen helfen, sie mit zu ihren Freizeitaktivitäten oder in den Verein nehmen sollen. „Lasst sie am Leben teilhaben“, sagte sie.
Auch Skatulla erinnerte daran, dass die Folgen des Krieges, mit resultierender Energiekrise und Inflation, für alle spürbar geworden seien. In seinen Worten an die Friedensläufer betonte er die Sinnlosigkeit des Krieges und des Streits um Energien. Um seine Worte zu verdeutlichen, wählte er ein Zitat von Albert Einstein: „Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm.“
Schulleben beeinflusst
Dass der Krieg in der Ukraine das Schulleben in Hude beeinflusst hat, machte Oberschulrektor Matthias Grau deutlich: Seit einem Jahr würde dieser immer wieder im Unterricht thematisiert werden und die Schülerinnen und Schüler hätten in verschiedenen Aktionen wiederholt ihre Ablehnung des Krieges zum Ausdruck gebracht, erklärte er. Grau: „Krieg mitten in Europa macht die Schülerschaft betroffen und ist seither ständiges Thema im Schulverbund der Huder Schulen.“
Dass der Schulverbund mit einer Aktion des ersten Jahrestags des Krieges gedenken will, sei direkt klar gewesen, erklärte Skatulla. Als Vorbild diente dabei der Friedenslauf im vorigen Jahr, an dem über 550 Menschen in Hude teilgenommen haben. Dieser sei als starkes Zeichen nachhaltig im Gedächtnis geblieben, betonte der Bürgermeister.
