Wildeshausen - Ob Fragen rund um Sexualität, Schwangerschaft oder Familie, finanzielle Probleme oder Schwangerschaftsabbruch – Gründe gibt es viele, die Schwangerschaftsberatungsstelle „Donum Vitae“ in Wildeshausen aufzusuchen. So ließen sich dort im Jahr 2014 rund 353 Frauen, ähnlich viele wie 2013, beraten. Das erklärten Brigitte Meyer-Tönjes und Ulrike Kleen von der Wildeshauser Beratungsstelle am Mittwoch bei der Vorstellung ihres Jahresberichts.
Selten stehe bei den Beratungen nur ein Problem im Vordergrund: „Die meisten kommen mit einem Bündel an Problemen zu uns. Das sind überwiegend finanzielle oder partnerschaftliche Konflikte. Oft kommt auch der berufliche Aspekt dazu, wenn Frauen sich noch in der Ausbildung befinden oder Sorge um ihre Karriere haben“, berichtet Meyer-Tönjes.
Eine Schwangerschaftskonfliktberatung suchten im vergangenen Jahr 57 Frauen auf. Das sind etwa 20 mehr als 2013. Eine Erklärung gebe es nicht. Gründe für Schwangerschaftskonflikte seien zu 95 Prozent „kein Kinderwunsch“ gewesen, dicht gefolgt von psychischer Überforderung (64 Prozent) und finanziellen Problemen (50 Prozent).
Gerne würden Meyer-Tönjes und Kleen noch intensiver helfen: „Wir kommen derzeit mit drei Mitarbeiterinnen auf insgesamt 26 Stunden pro Woche“, so Meyer-Tönjes. „Das ist oft zu wenig, wir würden unsere Arbeit gerne vertiefen und Frauen auch zu einem zweiten oder dritten Beratungsgespräch einladen.“
Verstärkt hat sich Donum Vitae 2014 um die Beratung von Schulklassen gekümmert. Dabei haben Jugendliche der siebten bis zehnten Klassen die Möglichkeit, Antworten auf ihre Fragen rund um die Themen Liebe, Sexualität und Pubertät zu finden. Zudem bietet der Verein eine Art Praktikum mit einem Simulationsbaby an, einer Puppe, die wie ein normales Neugeborenes gewickelt, gefüttert und beruhigt werden muss.
Ein weiteres Thema war die Pille danach, die seit dem 15. März rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist. Kleen betonte, dass diese Pille nach wie vor ein Notfall-Verhütungsmittel ist, das gesundheitliche Nebenwirkungen haben kann. Dennoch begrüßten Kleen und Meyer-Tönjes den rezeptfreien Verkauf, denn es sei gerade am Wochenende nicht immer leicht, einen Arzt zu finden.
