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Gastbeitrag von Olaf Hespe Wüsting und Hude feiern „Goldene Hochzeit“

Olaf Hespe
Das Wüstinger Wappen: 50 Jahre ist die Eingemeindung in Hude her.

Das Wüstinger Wappen: 50 Jahre ist die Eingemeindung in Hude her.

Archiv

Hude/Wüsting/Gemeinde Hatten - Am 1. Juli jährt sich zum 50. Mal die Eingliederung der Gemeinde Wüsting in die Gemeinde Hude. Im Sommer 1972 musste die bis dahin selbständige Gemeinde ihre Eigenständigkeit aufgeben und wurde mit der Nachbargemeinde Hude zusammengeführt. Ich, 50 Jahre alt, Wüstinger und Mitarbeiter eben dieser Gemeinde Hude bin also sozusagen die erste Generation der Zusammenlegung. Wie fällt das Resümee nach einem halben Jahrhundert aus?

Der Autoren:

Olaf Hespe ist selbst in Wüsting aufgewachsen und ist heute 50 Jahre alt. Er lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen beiden Kindern noch immer in Wüsting. 

Seine Ausbildung hat 1988 bei der Gemeinde Hude begonnen. Im Rathaus ist er inzwischen Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und gleichzeitig Kämmerer.

Wenig Begeisterung

Auf Begeisterung stießen die Aussagen eines Ende der 1960er Jahre durch das Land erstellten Gutachtens nicht, das diesen Vorschlag machte. Wüsting und Hude, da war doch was? Bereits von 1933 bis 1948 waren beide Gemeinden zusammengeschlossen gewesen – und die Wüstinger freuten sich über ihre wiedererlangte Eigenständigkeit nach dem 2. Weltkrieg. Aber man konnte sich den Argumenten dafür nicht verschließen: Durch Aufgabenverlagerungen brauchte es leistungsfähige Gemeinden, die nicht unter 8000 Einwohner haben sollten. In der Gemeinde Wüsting mit ihren sieben Bauerschaften lebten zu dieser Zeit 2300 Einwohner, in der Gemeinde Hude 8500 Personen. Die Verwaltung bestand aus 5 Mitarbeitern. Die Zeitung umschrieb diese unausweichliche Situation damals mit dem Goethe-Zitat „halb zog sie ihn, halb sank er hin“. Immerhin konnten die Wüstinger entscheiden, ob sie sich der Gemeinde Hude oder Hatten anschließen wollten.

Das Huder Rathaus: Hier wird seit 50 Jahren auch Wüsting verwaltet.

EINGEMEINDUNG VON WÜSTING IN HUDE Das stand damals in dem Vertrag zwischen beiden Gemeinden

Olaf Hespe
Hude

Große Überwindung

Der Zusammenschluss zum 1. Juli 1972 verlangte den Wüstingern eine größere Überwindung ab, als den Hudern. Diese sahen als größerer Partner eher Vorteile. Damit die Wüstinger Belange nicht zu kurz kommen, wurde im gleichen Jahr der Bürgerverein Wüsting als Interessenvertretung gegründet. In den ersten Jahren der Ehe blickte man aber argwöhnisch nach Hude, wo viel in Gebäude und Infrastruktur investiert wurde. Man sah sich in der anfänglichen Skepsis bestätigt, nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. In den weiteren Jahren wurde Wüsting dann jedoch gezielt als zweiter Siedlungsschwerpunkt der Gemeinde entwickelt.

Freundschaft geschlossen

Nach all den Jahren kann festgestellt werden, dass sich der Zusammenschluss für beide Seiten gelohnt hat. Die Gemeinde Wüsting wäre allein nicht mehr in der Lage gewesen, sich zu verwalten und zu entfalten. Die positive Entwicklung wurde durch die starke wirtschaftliche Kraft der Huder ermöglicht. Wüsting hat heute 3200 Einwohner. Und auch die Huder haben profitiert, weil sie durch ihre jetzt direkt angrenzende Lage an Oldenburg ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort geworden sind.

Schöne Gemeinde

Ähnlich wie bei Schotten und Engländern hat sich bis heute eine gewisse Rivalität zwischen beiden Orten bewahrt. Sie wird allerdings freundschaftlich und mit einem Augenzwinkern ausgetragen. Der Jahrestag wird nur wenigen Personen präsent sein. Allzu sehr hat sich in den vielen Jahren die Normalität eingespielt. Ich werde am Freitag mit einem kleinen Geburtstagstörtchen am Schreibtisch sitzen. Nicht voller Sehnsucht ob der verlorenen Unabhängigkeit, sondern voller Freude über unsere schöne Gemeinde Hude!

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