Wildeshausen - Was der Kanzlerin gefällt, kann der Wildeshauser Schützengilde nur recht sein: Mit Nina Hagens Kult-Schlager „Du hast den Farbfilm vergessen“, den bereits Angela Merkel bei ihrer Verabschiedung für den Großen Zapfenstreich auswählte, eröffnete auch das Musikkorps Wittekind am Sonntagabend dieses traditionelle musikalische Zeremoniell auf der Burgwiese. Mit Grönemeyers „Mambo“ ging es flott weiter, ehe der feierliche Teil und abschließend die Nationalhymne folgten.
Drei Jahre hatten Gilde und Stadt auf diese wohlbekannten Klänge am Pfingstsonntag unter freiem Himmel verzichten müssen. Dass dieser Himmel dann ausgerechnet beim Gildefest-Comeback seine Schleusen öffnete, war zwar schade, aber die Musikgruppen, Offiziere und Wachkompanie auf der Burgwiese trotzten dem Dauernieseln ebenso gelassen und wetterfest wie die Besucherinnen und Besucher hinter den Absperrungen. Zudem hatten die Organisatoren vorgesorgt und die zahlreichen geladenen Gäste mit Regenponchos und Decken ausgestattet.
Neue Knalleffekte
Allerdings hielt das Wetter wohl etliche potenzielle Zaungäste von vornherein vom Kommen ab: Der Hang des Burgberges und die Seitenflächen der Wiese waren längst nicht so voll wie bei vergangenen Gildefesten. Die anhaltende Feuchtigkeit beeinträchtigte kurz auch das abschließende Feuerwerk, von dem zunächst nur die Begleitmusik zu hören war. Erst im zweiten Anlauf klappte es dann und viele neue Knalleffekte entschädigten für das lange Warten bis nach 23 Uhr.
Begonnen hatte die Gildefest-Eröffnung mit dem Stadtempfang im Rathaus. Gilde-General und Bürgermeister Jens Kuraschinski freute sich, dass fast alle seine Amtskollegen aus dem Landkreis Oldenburg gekommen waren, einzig Hudes Bürgermeister Jörg Skatulla ließ sich entschuldigen. Der Landkreis war mit Landrat Christian Pundt und dem Ersten Kreisrat Christian Wolf gleich doppelt vertreten.
„Miniatur-Wunderland“
Neben zahlreichen weiteren Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Ehrenamt begrüßte Kuraschinski besonders die Initiatoren des Wildeshauser „Miniatur-Wunderlands“, wie er es nannte: Gerrit Finke und Uwe Dölemeyer bestellen seit mehr als 20 Jahren bei Holzschnitzer Siegfried Werner im Erzgebirge immer neue Figuren mit Motiven aus der Wildeshauser Schützengilde. In diesem Jahr hatten sie Miniaturen von Oberst und General im Angebot und verkauften sie auch wieder eigenhändig beim Familiennachmittag am Sonntag gegenüber vom Rathaus.
Dieser Nachmittag war ein neues Angebot der Gilde, das gut angenommen wurde: Musik auf dem Marktplatz und ein paar Stände in der Westerstraße sorgten für Abwechslung und Unterhaltung – bis die ersten Tropfen fielen und den Gildefest-Auftakt zu einer doch recht nassen Angelegenheit machten.
