Transparenz ist das neue Stichwort in der Politik, man muss sie aber auch leben! Eine jährliche Infoveranstaltung könnte da etwas Gutes sein.
Seit einem Jahr versuchen wir seitens unserer Nachbarschaft in Dötlingen Transparenz hinsichtlich der Gebührenfestlegung bei der Fäkalschlammentsorgung aus Kleinkläranlagen (KKA) zu erhalten. Zum 1.1.2022 (+175,5 %) und zum 1.1.2023 haben sich die Gebühren in zwei Stufen mal eben verdreifacht auf nun 115,42 Euro/cbm. In umfangreichem Schriftverkehr und einem persönlichen Termin im Rathaus wurden wortreich Nebelkerzen geworfen. In Sitzungsfragestunden wurden wir wegen der Komplexität des Themas zum Beenden unseres Anliegens aufgefordert. Zuletzt wurden wir auf die Möglichkeit der Klage verwiesen. Dabei ist der Sachverhalt nicht „komplex“, sondern ganz einfach: Wir bauen die Anlagen, finanzieren die Wartung und Instandhaltung. Nichts davon belastet die Gemeindekasse. Erst wenn Schlamm abgefahren werden muss, wird die Gemeinde tätig, informiert das Abfuhrunternehmen und stellt uns einen Gebührenbescheid aus. Genau dieses Verwaltungshandeln kostet jetzt für eine KKA mit 6 cbm zu entsorgendem Schlamm knapp 700 Euro für Abfuhr, Kläranlagengebühr und Rechnungstellung. Umliegende Kommunen liegen da erheblich günstiger, Wildeshausen z. B. 37,50 Euro/cbm in 2022, berechnet von demselben Fachbüro, mit demselben Entsorger in dieselbe Kläranlage. Argument der Verwaltung und leider auch aus der Runde der Ratsmitglieder: Man müsse einfach dem Ergebnis des Fachbüros vertrauen … Liebe Verwaltung und lieber Rat: Transparenz geht anders. Wir freuen uns schon sehr auf die jährliche Infoveranstaltung und werden das Thema weiterverfolgen.
