Landkreis - Eine mögliche Salzabwasser-Rohrleitung aus dem hessisch-thüringischen Kalirevier in die Nordsee könnte durch den Landkreis Oldenburg laufen. Das sieht der Antrag des Düngemittel-Produzenten „Kali und Salz“ (K+S) AG vor, der seine Salzabwässer derzeit über Werra und Weser in die Nordsee befördert. Doch damit soll in einigen Jahren Schluss sein, weil der Salzgehalt in der Werra zu hoch geworden ist.
Die etwa 450 Kilometer lange Pipeline könnte aus dem Landkreis Diepholz von Süden in den Landkreis Oldenburg kommen. Eine Trassenvariante liegt in Holtorf östlich von Colnrade, die andere am Friedeholz östlich von Beckeln. Von Simmerhausen östlich der Bundesstraße 213 führt dann nur ein Trassenvorschlag weiter durch die Gemeinden Dötlingen und Hatten in Richtung Oldenburg – immer in der Nähe der Hunte entlang.
„Das Land sammelt jetzt Raumwiderstände und Nutzungskonflikte, die der Antragssteller bei einer Trassenplanung zu berücksichtigen hat“, erklärt die Baudezernentin des Landkreises Oldenburg, Eva-Maria Langfermann. „Wir sind als Träger öffentlicher Belange beteiligt.“ Der Kreistag habe das Thema politisch noch nicht bewertet.
Die Kreisverwaltung sieht durchaus Probleme mit einer Pipeline durch den Landkreis Oldenburg und hat das in seiner Stellungnahme gegenüber dem Land Niedersachsen deutlich gemacht. Eine lokale Entsorgung der Salzfrachten über die Werra anstelle einer Rohrfernleitung würde die Kreisverwaltung favorisieren; denn im Landkreis Oldenburg sind Naturschutz-, Landschaftschutz- und Wasserschutzgebiete betroffen.
Nicht tangiert werden dürfe zum Beispiel das Gebiet des „raumordnerischen Vertrages Hatter Sand“. Der Trassenkorridor berührt auch das Naturschutzgebiet „Wunderburger Moor“, die Landschaftsschutzgebiete „Staatsforst Wehe“, „Birkenbusch“ und „Dehmse“. Ferner würde diese Trasse auch durch die Wasserschutzgebiete Wildeshausen und Sandkrug verlaufen.
Übrigens: Die Alternativplanung zum Trassenvorschlag durch den Landkreis Oldenburg verläuft durch den Landkreis Cloppenburg. Auch dort sind der Landkreis und die betroffenen Kommunen nicht begeistert vom K+S-Antrag.
Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat ebenfalls Bedenken angemeldet. Solch eine Rohrleitung könnte das Grundwasser gefährden, da trotz vorgeschriebener Sicherheitsvorkehrungen nicht alle Leckagen immer sofort zu erkennen und zu beheben seien.
Grundsätzlich sollten nach NLWKN-Angaben keine Rohrleitungen mit wassergefährdenden Stoffen durch Einzugsbereiche von Wasserschutzgebieten verlaufen. Sollte eine derartige Querung in Einzelfällen unvermeidbar sein, so seien aus Sicht des NLWKN zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wie etwa der Einsatz doppelwandiger Rohre zu treffen.
