Wildeshausen/Hannover - Die Messerattacke auf einen 16-jährigen Berufsschüler am 24. Mai in Wildeshausen hat ein Nachspiel im niedersächsischen Landtag: Auf eine Anfrage der AfD teilte die Landesregierung mit, dass es im vergangenen Jahr 94 Fälle von Messergewalt an Schulen in Niedersachsen gegeben habe – eine deutliche Steigerung gegenüber vergangenen Jahren.
„Bestürzend“
Gemessen an den Schulwochen pro Jahr bedeute dies, „dass pro Woche mehr als zweimal an einer Schule eine Stichwaffe gezückt wird“, sagte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Stephan Bothe. „Insbesondere die Strafverfolgungsbehörden, Jugendämter und Schulen müssen gemeinsam konsequent handeln.“ „Besonders bestürzend“ ist für Harm Rykena, AfD-Abgeordneter aus Ahlhorn und schulpolitischer Sprecher der Fraktion, dass in 28 der 94 Fälle Kinder im Alter bis 14 Jahre ein Messer bei sich hatten. „Angesichts dieser Zustände sind auch stichprobenartige Kontrollen der Polizei in den Schulen überlegenswert“, so Rykena. Das hatte auch die AfD-Fraktion im Kreistag des Landkreises Oldenburg gefordert.
Vorfall an BBS
Zu den Hintergründen des Vorfalls an den BBS in Wildeshausen lägen noch keine Erkenntnisse vor, schrieb die Landesregierung in ihrer Antwort an Bothe. Das Opfer habe eine elf Zentimeter lange Stichwunde im Nackenbereich erlitten. Der 16-Jährige habe die deutsche Staatsangehörigkeit. Der mutmaßliche Täter, ein 17-Jähriger aus der Gemeinde Ganderkesee, habe die polnische und die deutsche Staatsangehörigkeit.
