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Ehrenamt in Ahlhorn Aktiv von Integration bis Hospizarbeit

Sarah Schubert
Erhielt für ihr ehrenamtliches Engagement im Seniorenzentrum Großenkneten Blumen: Sylvia Varnhorn

Erhielt für ihr ehrenamtliches Engagement im Seniorenzentrum Großenkneten Blumen: Sylvia Varnhorn

Ahlhorn - „Ich mag Kinder sehr, aber für die wird schon viel gemacht – die alten Menschen werden meist vergessen“, sagt Sylvia Varnhorn, wenn sie über ihre ehrenamtliche Arbeit spricht. Seit einigen Jahren begeistert die 73-jährige Ahlhornerin die Bewohner des Seniorenzentrums Großenkneten, des Altenpflegeheims Fritz-Höckner-Haus in Ahlhorn und des Alten- und Pflegeheims Wohnpark Lokschuppen in Cloppenburg mit ihrem Vorlese-Talent.

„Ich lese nicht einfach, ich erzähle, ich spreche laut, bewege mich“, sagt Varnhorn. Das darf auch gerne mal auf Platt sein. „Vor vielen Leuten zu sprechen, macht mir nichts aus. Ich bin sehr direkt. Wenn ich nicht so wäre, könnte ich das nicht.“

Ein Händchen im Umgang mit Menschen

Zum Ehrenamt führte sie das Schicksal. „Ich bin früh in Rente gegangen, weil mein Arbeitgeber insolvent wurde. Aber mit 60 Jahren hatte ich keine Lust, zum Arbeitsamt zu gehen. Und so bin ich von einem Ehrenamt zum nächsten gekommen“, sagt sie. Gästeführerin, Plattdeutschbeauftragte, Vorleserin, Integrationshelferin, Hospizbegleitung: All das kann sich die energiegeladene 73-Jährige auf die Kappe schreiben. „Ich denke, ich habe ein Händchen für den Umgang mit Menschen“, so Varnhorn. „Ich höre ihnen zu und akzeptiere sie, wie sie sind.“

Die Hospizarbeit ist dabei wohl eine ihrer größeren Herausforderungen. „Da muss man aufpassen, darf nicht alles mitnehmen oder zu sehr an sich ranlassen“, sagt Varnhorn. Trotzdem entstünden auch immer wieder Freundschaften bei ihren Besuchen. „Ich bin auch nur ein Mensch und manche Personen schließt man eben besonders ins Herz“, so die 73-Jährige. Manch ein Tod habe sie sehr mitgenommen, aber sie könne damit umgehen. „Ich denke, die Arbeit passt gerade aufgrund meiner lebendigen Art gut zu mir.“

Integration liegt ihr am Herzen

Und auch die Integrationsarbeit bedeutet ihr viel. „Meine Familie kommt aus Schlesien. Ein bisschen weiß ich, wie es ist, nicht erwünscht zu sein“, sagt Varnhorn. Mit Angeboten wie dem „Café Willkommen“ wolle sie deshalb bei der Integration anderer helfen und sie vor Ort unterstützen.

Es sei viel, was sie mache, aber sie engagiere sich mit Herzblut. „Ich mache wirklich alles davon gern“, sagt Varnhorn. Denn das Ehrenamt gebe ihr viel zurück. Jeder bedanke sich auf seine Weise. „Mal mit Worten, mal mit Gesten – je nachdem, wie es möglich ist“, so die 73-Jährige.

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