Ahlhorn/Emstek - Mal wieder ein schwerer Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 213 oder der Autobahn 1 oder 29 – so wie vor einigen Wochen die Tragödie auf der B 213 in Hoheging, Gemeinde Emstek. Im Nachhinein musste sich Ahlhorns Ortsbrandmeister Carsten Rönnau nicht zum ersten Mal die Frage gefallen lassen, warum seine Feuerwehr nicht am Einsatzort war. Sie wäre doch am schnellsten dort gewesen.
Leitstelle entscheidet
Ob das so ist, entscheidet aber nicht die Ortsfeuerwehr, sondern die Großleitstelle in Oldenburg, wo die Notrufe auflaufen. „Wenn Menschenleben wie in Hoheging in Gefahr sind, heißt es: Welche Feuerwehr ist am schnellsten am Einsatzort?“, erklärt Stefan Abshof, Pressesprecher und Abteilungsleiter Einsatz in der Großleitstelle Oldenburg. „In diesem Fall war es die Feuerwehr Emstek. Zudem wurde die Feuerwehr Cloppenburg mit ihrem Rüstwagen alarmiert.“ Die Entscheidung werde vom Computer berechnet, nachdem der Leitstellendisponent den Unfallort eingegeben hat.
„Somit kommt dem Anrufer, der am Unfallort den Notruf absetzt, eine Schlüsselfunktion zu“, betont Abshof. Deshalb empfiehlt er, bevor der Notruf gewählt wird, sich auf einem Navi oder einem Handy über den Standort des Unfalls klar zu werden.
Bei dem tödlichen Verkehrsunfall in Hoheging lagen die Entfernungen der drei Feuerwehren Emstek, Cloppenburg und Ahlhorn zum Unfallort innerhalb weniger Hundert Meter. Wäre der Unfall etwas weiter Richtung A 29 gewesen, wäre wohl die Ahlhorner Feuerwehr alarmiert worden, so Abshof. Grundsätzlich werde neben der schnellsten auch immer die Feuerwehr alarmiert, in deren Gemeinde sich der Unfall oder Brand ereignet.
Die beiden Kreisbrandmeister Andreas Tangemann (Landkreis Oldenburg) und Arno Rauer (Landkreis Cloppenburg) loben die kreis- und gemeindeübergreifende Zusammenarbeit der Freiwilligen Feuerwehren. „Sollte es mal einen Brand an der Flüchtlingsunterkunft in Garthe geben, würde sicherlich die Feuerwehr Ahlhorn alarmiert, weil sie wesentlich dichter dran ist als die Emsteker Feuerwehr“, erklärt Rauer.
Nach Darstellung von Tangemann sind die Autobahnen in Abschnitte eingeteilt. Wer wo hin fährt, hänge mit der Nähe zu den Anschlussstellen zusammen. Gemeindegrenzen spielten keine Rolle. So werde rund um das Ahlhorner Dreieck oft gemeinde- und kreisübergreifend gearbeitet. So befinde sich die Feuerwehr Ahlhorn nahe am Dreieck Ahlhorner Heide, das in der Gemeinde Emstek liegt.
Es geht um die Verletzten
„Für uns ist klar“, sagt Tangemann, „wer am schnellsten die Unfallstelle erreicht, muss alarmiert werden.“ Das Wichtigste sei die verunglückte Person. Und der sei es egal, welche Feuerwehr oder welcher Rettungsdienst von der Leitstelle in Marsch gesetzt werde.
Das sieht auch Ahlhorns Ortsbrandmeister so. „Die Feuerwehr, die am schnellsten an der Unfallstelle oder beim Brand sein kann, sollte alarmiert werden“, sagt Carsten Rönnau. Ob auch immer die richtige Entscheidung getroffen werde, müsse die Großleitstelle verantworten, die die Computer dafür habe.
