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Ahlhorner Waldpädagoge gibt Spieletipps Diese Abenteuer bietet die Natur im Herbst

Nils Hannes Klotz
Erzieherin Cynthia Heidkamp begleitet eine Gruppe der Kindertagesstätte Sonnenblume aus Cloppenburg bei einem Ausflug in den Wald.

Erzieherin Cynthia Heidkamp begleitet eine Gruppe der Kindertagesstätte Sonnenblume aus Cloppenburg bei einem Ausflug in den Wald.

Ahlhorn - Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, das erste Laub fällt von den Bäumen: Langsam hält der Herbst Einzug in diesen Breitengraden. Für Schulkinder haben die Herbstferien begonnen. Doch auch in dieser kühleren Jahreszeit bietet die Natur für Kinder und ihre Eltern viel zu entdecken. Welche einfachen Spiele sich für einen Waldbesuch besonders gut eignen, hat Förster und Waldpädagoge Klaus Benthe vom Waldpädagogikzentrum der Landesforsten an den Ahlhorner Fischteichen erklärt.

Motorik schulen

Jeder Waldspaziergang sei für Kinder anregend, sagt Benthe. „Es geht immer um das Motorische, das Physiologische, aber auch um das Mentale.“ Ihren Tastsinn könnten Kinder etwa mit dem Spiel „Blinde Karawane“ schulen, sagt Benthe. An Material ist für dieses Spiel lediglich eine Wäscheleine notwendig, die an verschiedenen Bäumen oder Büschen im Wald befestigt werden muss. Mit verschlossenen Augen – gegebenenfalls kann auch eine Augenbinde benutzt werden – müssen sich Kinder und Eltern nun an dem Seil entlang durch das Waldstück hangeln. Bestenfalls sollten sich auf dem Weg auch Äste oder Böschungen befinden, sagt Benthe.

Bei einem weiteren Motorik-Spiel müssen die Kinder Stöcker und Äste suchen und daraus einen möglichst hohen Turm bauen. Die Dauer des Spiels kann individuell festgelegt werden. Anschließend wird die Höhe der Türme mit einem Zollstock vermessen. Ein kleiner Wettkampf, der nicht nur Kindern Freude bereitet: „Das mache ich auch mit Erwachsenen in der Erwachsenenbildung“, sagt Benthe.

Sammelspiele

Beim „Postkarten-Klebebild“ müssen zunächst verschiedene Gegenstände aus dem Wald gesammelt werden – das können etwa Eicheln, Zapfen oder Blätter sein. „Beim Sammeln wird die Phantasie schon angeregt“, sagt Benthe. Zuhause werden die Gegenstände dann mit doppelseitigem Klebeband auf eine Postkarte geklebt. Eine andere Möglichkeit ist, die Naturmaterialien auf kleinen Tellern in wenige Zentimeter dicke Tonscheiben zu drücken und diese dann trocknen zu lassen. Eine fünf Kilogramm schwere Tonstange koste etwa sechs Euro, sagt Benthe.

Ein Spiel, bei dem ebenfalls gesammelt werden muss, nennt sich „Regenmacher“. Jedes Kind sucht sich zwei Steine aus der näheren Umgebung. Anschließend findet sich die Gruppe wieder zusammen. Der Spielleiter berührt dann einige Personen aus der Gruppe. Diese schlagen daraufhin die Kieselsteine aneinander und lassen es hörbar regnen. „Das schärft die Wahrnehmung“, sagt Benthe.

Suchspiele

Beim „Eichhörnchen-Spiel“ bekommt jedes Kind drei Gegenstände aus dem Wald – etwa Walnüsse, Haselnüsse oder Eicheln. Nun sollen die Jungen und Mädchen sich in Eichhörnchen hineinversetzen und einen Vorrat für den Winter anlegen. Also verstecken sie ihre Gegenstände und machen anschließend eine kurze Pause. „Dann soll jedes Kind den ersten versteckten Gegenstand wiederfinden“, sagt Benthe. Das funktioniere meist noch ganz gut, weiß der Waldpädagoge aus Erfahrung. Beim dritten Gegenstand werde es häufig auch schon für die Erwachsenen etwas schwieriger.

Auch beim „Farben-Spiel“ kommt es auf die Wahrnehmung an: Jeder Teilnehmer zieht eine von verschiedenfarbigen Karten. Dann muss ein Gegenstand aus der Natur mit genau diesem Farbton gefunden werden. Besonders bei Grüntönen komme es auf die Nuancen an, beschreibt Benthe. Fündig werde man in der Regel immer. „Außer bei Blautönen, das ist manchmal schwierig.“

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