Ahlhorn - Digitale Konstruktionszeichnung hochladen, Fertigungsverfahren wählen, Angebot erhalten: Mit einem neuen digitalen Bestellprozess von 2D- und 3D-Bauelementen für Geschäfts- und Endkunden hat die Dr. Dietrich Müller GmbH aus Ahlhorn beim Digitalen Mittelstands-Award 2021 (DIMA), der von der Firma „Visable“ verliehen wird, in der Kategorie „Lösungen im Vertrieb“ den ersten Platz belegt. Rund 80 Unternehmen bewarben sich mit ihren Ideen in vier Rubriken, zu denen auch „Kundenerlebnis“, „Nachhaltigkeit im Unternehmen“ und „Innovation“ zählten.
„Digital Fabricator“
Um Machbarkeit und Kosten für Bauteile zu beurteilen, mussten Kunden bisher die Konstruktionszeichnungen oder CAD-Dateien für rechnerunterstütztes Konstruieren an das Unternehmen versenden. Mit der neuen Idee können Kunden die Machbarkeit nun online selbst prüfen. Das spare Zeit und Geld, heißt es vom Ahlhorner Unternehmen.
Über den neuen „Digital Fabricator“ auf der Internetseite des Unternehmens können die digitalen Konstruktionsdateien hochgeladen werden. Nach Auswahl von Material und Fertigungsverfahren sowie Prüfung der Machbarkeit erhalten die Kunden schließlich einen Angebotspreis für ihr gewünschtes Bauteil. Bei einer Bestellung werden die Daten vom Online-Bestellsystem direkt an die Fertigungsmaschine übergeben – der Auftrag kann in Echtzeit verfolgt werden. Ob 3D-Druck, CNC, Fräsen, Stanzen oder Laser – alle Bereiche werden über das neue System abgedeckt.
Umsatzplus
Die Innovation wirkte sich nach Angaben des Ahlhorner Unternehmens bereits auf die Finanzen aus: „Insgesamt konnte der Personalaufwand für Kundenanfragen reduziert und die übrige Kapazität in die Produktion verlagert werden, sodass die Dr. Dietrich Müller GmbH ein deutliches Umsatzplus erzielt hat.“ Eine persönliche Beratung wolle das Unternehmen seinen Kunden weiter anbieten – insbesondere bei Spezialaufträgen.
Auch künftig wird das Onlineangebot ausgebaut: Im Sinne von Industrie 4.0 ist geplant, alle Maschinensysteme digital zu verbinden, sodass alle Produktionsprozesse über ein System abgebildet werden können. Dies solle die Effizienz erhöhen, so das Unternehmen. Auch soll die Produktion transparenter werden und die Kunden die Produktionsprozesse künftig visuell verfolgen können. Zu diesem Zweck sollen alle Anlagensysteme mit Kameras ausgestattet werden. Beim 3D-Druck ist dies bereits Realität und wird für den Kunden vorbereitet.
Die Dr. Dietrich Müller GmbH ist nach eignen Angaben ein globaler Lösungsanbieter für elektrische Isolierungen, wärmeleitende Produkte, Dichtungen und technische Folien. Gefertigt werden Präzisionskomponenten aus flexiblen und starren Materialien. Das Unternehmen betreibt sechs Standorte in Deutschland, England, China und den USA.
