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Elsflether Werft kurz vor Insolvenz
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Elsflether Werft kurz vor Insolvenz

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Begegnung mit dem Wolf

09.12.2017

Ahlhorn Wie so oft sitzt Eckart Stapel (61) aus Ahlhorn auch an diesem Abend auf dem Hochsitz seines Reviers in Regente. Er hält nach Damwild Ausschau, sieht aber auf dem Acker nur äsendes Rehwild. „Plötzlich schrecken die Tiere hoch und flüchten von Angst gepackt entgegen der Richtung, aus der sie gekommen waren, in den Wald“, erzählt Stapel. Ihn können sie nicht bemerkt haben, weil er in einer geschlossenen Kanzel sitzt und der Wind für den Jäger günstig steht.

Mindestens vier Wölfe

Zehn Minuten später weiß Stapel aber, warum das Rehwild so plötzlich Reißaus genommen hat. „Als ich zum Auto zurückgehe, sehe ich in 70, 80 Metern vor mir vier Wölfe stehen, eventuell auch noch ein oder zwei mehr.“ Der Jäger verharrt auf der Stelle, nimmt sein Fernglas und schaut. Er leuchtet mit der Taschenlampe. „Ich war reichlich verdutzt; denn ich habe zum ersten Mal Wölfe in der Natur gesehen.“ Dass es auch wirklich Wölfe waren, da ist sich der erfahrene Jäger sicher. „Ich bin nicht nur seit 30 Jahren Jäger, sondern auch Kreishundeobmann. Ich kann sehr gut einen Wolf von einem Schäferhund unterscheiden.“

Nach einer Minute ist die für Stapel doch etwas unheimliche Begegnung vorbei. „Die Wölfe haben mich entdeckt und sind ins Nachbarrevier verschwunden.“ Am nächsten Morgen fährt er zusammen mit seiner Frau noch einmal an die Stelle und schaut sich die Spuren an. „Es sind eindeutige Wolfsspuren“, sagt der Jäger zu dieser Beobachtung von Mitte Oktober.

Erst vor einer Woche hat ein ebenfalls erfahrener Jäger aus Ahlhorn in den Lether Fuhren dicht an der Autobahn 29 einen Wolf gesehen, wie der stellvertretende Leiter des Forstamtes Ahlhorn, Stefan Grußdorf (48), berichtet. „Die Sichtung war in einer Entfernung unter 50 Meter.“ Vor vier Wochen habe ein langjähriger Jäger im benachbarten Gartherfeld auch einen Wolf dicht vor sich gehabt. „Ich gehe davon aus, dass sich rund um Ahlhorn zumindest ein Wolf aufhält“, sagt Grußdorf.

Er sieht den Wolf als ein Stück Natur, auch wenn er 100 Jahre lang nicht hier war und nun neu und ungewohnt ist. „Der Wolf ist auf Expansionskurs. Wir müssen lernen, damit umzugehen“, so Grußdorf. Für seine Arbeit bedeute das noch keine Umstellung. In Vechta, wo es zuletzt immer wieder Wolfsrisse gegeben habe, müsse das sicherlich anders bewertet werden.

Auch der Wolfsberater für den Landkreis Oldenburg, Carsten Sauerwein, geht davon aus, dass in der Region zumindest ein Wolf regelmäßig unterwegs ist. „Ob es ein residenter Einzelwolf ist oder das Tier immer wieder aus den Nachbarkreisen Diepholz und Vechta kommt, ist unklar.“ Anfang des Jahres habe er in Harpstedt und Holzhausen Wölfe mit einer Fotokamera ablichten können.

In den vergangenen Monate hätten sich bei Sauerwein mehrere Bürger gemeldet, die im Raum Hude einen Wolf gesehen haben wollen. Eindeutige Spuren habe er aber nicht entdecken können. Auch habe es keine verwertbaren DNA-Spuren eines Wolfes gegeben, als im Oktober in Dingstede die toten Schafe gefunden wurden.

Im nächsten Jahr bekommt das bekannte Rudel in den Nachbarkreisen Diepholz und Vechta Nachwuchs, so Sauerwein. Dann gingen die einjährigen Tiere auf Wanderschaft. Und dann könne es sein, dass noch öfter junge Wölfe im Landkreis Oldenburg auftauchen.

Landwirt gelassen

Dem Biohof Bakenhus wird des Öfteren nachgesagt, dass dort Wölfe herumlaufen sollen. „Ich höre das immer nur von Besuchern und Jägern. Ich habe hier aber noch keinen Wolf gesehen“, sagt Gustav Wolters junior, der Pächter des Biohofes. Er glaubt nicht, dass sich Wölfe an seine Angusrinder, die überwiegend draußen seien, herantrauen. Auch sei sein Damwildgehege dicht am Haus. „Wir liegen mit dem Biohof zwar abseits, hier ist aber immer recht viel Betrieb. Wölfe sind scheu, sie suchen eher die Ruhe“, sagt Wolters.

Während Stefan Grußdorf weiterhin mit und ohne Hund – auch im Dunkeln – selbstbewusst durch die Reviere des Forstamtes Ahlhorn geht, ist Eckart Stapel von der Begegnung mit den Wölfen immer noch beeindruckt. „Ich verhalte mich jetzt anders. Wenn ich vom Hochsitz zum Auto gehe, schaue ich mich schon öfter um.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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