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120 Menschen von Evakuierung betroffen Experten sprengen 250-Kilo-Bombe in Ahlhorn

Sprengmeister Michael Crölle (links) und Munitionsfacharbeiter Christoph Coldewey haben gut Lachen: Die Sprengung der Weltkriegsbome auf dem Gelände des Metropolparks  Hansalinie ist erfolgreich verlaufen. Im Vorfeld waren Straßen gesperrt worden und die Sporthalle am Westerholtkamp in Ahlhorn als Notquartier für Bürger hergerichtet worden.

Sprengmeister Michael Crölle (links) und Munitionsfacharbeiter Christoph Coldewey haben gut Lachen: Die Sprengung der Weltkriegsbome auf dem Gelände des Metropolparks Hansalinie ist erfolgreich verlaufen. Im Vorfeld waren Straßen gesperrt worden und die Sporthalle am Westerholtkamp in Ahlhorn als Notquartier für Bürger hergerichtet worden.

Ahlhorn - Zum wiederholten Mal ist in diesem Jahr auf dem 300 Hektar großen Gelände des Metropolparks Hansalinie in Ahlhorn eine Bombe gefunden worden. Diese deutsche 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg konnte am Dienstag aber nicht entschärft werden. „Die Bombe ist durchgebrochen und deshalb nicht transportfähig, der Zünder ist noch aktiv und damit hoch explosiv“, erklärte Sprengmeister Michael Crölle, der sich zusammen mit seinem Kollegen und Munitionsfacharbeiter Christoph Coldewey vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Hannover, Außenstelle Wardenburg, der Bombe annahm. „Und weil der Zünder eventuell eine Ausbausperre hat, muss die Bombe gesprengt werden“, erklärt Crölle.

Das war das Ergebnis der Einsatzbesprechung von Vertretern der Gemeinde Großenkneten, des Kampfmittelbeseitigungsdienstes und der Freiwilligen Feuerwehr Ahlhorn am Vormittag. Entdeckt hatte die Bombe der private Kampfmittelbergungsdienst Wiwa, der ständig auf dem ehemaligen Fliegerhorst aktiv ist und nach Abrissarbeiten den Boden untersucht. Diese Bombe lag etwa 1,50 Meter tief im Erdreich.

Alarm um 12.30 Uhr

Um 12.30 Uhr wurde in Ahlhorn Sirenenalarm ausgelöst. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden benötigt, um in der Siedlung Ahlhorn-Süd von Haus zu Haus zu gehen, um den Bewohnern Bescheid zu geben, dass die Gebäude evakuiert werden müssen. Laut Ortsbrandmeister Carsten Rönnau waren 18 Kameraden im Einsatz. Betroffen war ein Radius von 1000 Metern um den Fundort der Bombe. Der lag im südlichen Teil des Metropoloparks, sodass der Ortskern von Ahlhorn nicht betroffen war. Bis 14 Uhr mussten Bewohner der Straßen Am Scheidewald, Meyelheide, Bakler Berg und Bakler Weg ihre Häuser und Wohnungen verlassen haben. Nach Angaben von Großenknetens Ordnungsamtsleiterin Frauke Asche ging es um 40 Gebäude mit rund 120 Personen. Vorübergehend weichen mussten auch die Beschäftigten der dort ansässigen Firmen. Von der Sammelunterkunft im Wohnpark Osterloh war der Einkaufladen betroffen.

Sporthalle als Notquartier

Die Polizei sperrte die Zufahrten zu diesen Straßen ab. Sie befanden sich im Bereich Visbeker Straße und Vechtaer Straße. Nicht gesperrt wurde die Autobahn 1, obwohl Sprengmeister Crölle das gern gesehen hätte. Die Polizei habe das aber abgelehnt. Die A1 liegt nur knapp außerhalb des 1000-Meter-Radius.

Als Notquartier bot die Gemeinde die Sporthalle samt Mensa am Westerholtkamp in Ahlhorn an. Der ein oder andere Bewohner wurde vom Fahrdienst der Johanniter dorthin gebracht. Weil dort wegen Corona die 2G-plus-Regel galt, bauten die Johanniter kurzfristig eine Station auf, um die Bürger testen zu können. Die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) der Johanniter versorgte die Bürger unter anderem mit Getränken.

Splitterflug eindämmen

Gegen 15 Uhr hoben Michael Crölle und Christoph Coldewey mit einem Bagger eine 2,50 Meter tiefe Grube aus, in die die Bombe per Radlager gelegt wurde. Weil der Fundort eine Gefahr darstellte, durfte sich außer den beiden Fachleuten niemand dorthin begeben. „Wir legen eine Sprengladung an die Bombe und schütten das Loch locker mit Sand zu, um den Splitterflug einzudämmen“, erklärte Crölle. Zwei Lkw-Ladungen Sand passten in die Grube. Für die Hunderte Neuwagen, die auf der ehemaligen Start- und Landebahn stehen, sah er keine Gefahr. Aus einer Entfernung von mehreren hundert Metern brachte Crölle die Weltkriegsbombe per Fernzündung zur Explosion. Gegen 15.50 Uhr konnte der Sprengmeister Entwarnung geben. „Die Sprengung ist nach Plan verlaufen. Der Bombenkrater ist sechs Meter im Durchmesser und drei Meter tief.“

Zusammenarbeit gelobt

In ihrer Bilanz lobte Frauke Asche ausdrücklich die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, der Feuerwehr, der Polizei, der Johanniter, des Bauhofes und der Gemeindeverwaltung. Zuletzt habe es 2019 wegen einer Gefahrgut-Lage solch einen koordinierten Einsatz in der Gemeinde gegeben. Auf dem Gelände des Metropolparks Hansalinie seien dieses Jahr bislang rund ein Dutzend Bomben gefunden worden. Dies sei aber die erste gewesen, die nicht entschärft werden konnte.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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