Ahlhorn - Der Fischotter ist ein scheues, nachtaktives Tier. Einmal wurde er bisher von einem Mitarbeiter an den Ahlhorner Fischteichen gesichtet. „Wir wissen noch nicht, ob er sich auch im Teichgebiet vermehrt, aber wir haben eindeutige Belege, dass der Fischotter sich regelmäßig hier aufhält“, erläutert Jörn Schöttelndreier, Förster für Waldökologie im Forstamt Ahlhorn, die aktuelle Situation. Das „Wildtier des Jahres“, ausgerufen von der Deutschen Wildtierstiftung, ist nämlich auf dem Weg zurück in viele Gebiete in der Region, so auch in den Bereich der Teichwirtschaft Ahlhorn.
Experte ist sicher
Die Niedersächsischen Landesforsten, denen die Teichwirtschaft einschließlich der waldreichen Umgebung gehört, griffen auf die Expertise von Fachleuten zurück, um den Sichtungen im Naturschutzgebiet nachzugehen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. „Die Untersuchung der Gewässer im Landkreis durch Dr. Hans-Heinrich Krüger im vorigen Jahr hat ihn auch in die Teichwirtschaft Ahlhorn geführt“, so Schöttelndreier. Der Experte des Otterzentrums Hankensbüttel fand eindeutig an verschiedenen Stellen Losung (Kot) und Trittsiegel des Fischotters. Neben diesen Nachweisen wurden auch – ottertypisch – angefressene Fische gefunden.
Der Fischotter wurde wegen seines Fleisches und seines wärmenden Felles, aber vor allem als Nahrungskonkurrent des Menschen, fast ausgerottet. Seit etwa zwanzig Jahren breitet er sich von Osten kommend wieder aus. Mit dem dicken rundlichen Schwanz, der als Steuerungs- und Stabilisierungsorgan dient, werden die Tiere bis zu 130 Zentimeter lang und erreichen ein Gewicht um die zehn Kilogramm. In der Otter-Losung (Kot), die auch tranig-fischartig stinkt, kann man fast immer Fischgräten oder Krebsschalen finden. Dabei frisst der Otter auch Lurche und Wasservögel.
Die Marderart ist ein eleganter Schwimmer, kann aber auch auf dem Land zu Fuß bis zu vierzig Kilometer in einer Nacht zurücklegen. Da er das Unterqueren von Brücken meidet, wird ihm vor allem der Autoverkehr zum Verhängnis.
Die Fachleute vermuten, dass der Otter, dessen Vorkommen von dem Experten des Otterzentrums an allen größeren Flüssen im Landkreis Oldenburg nachgewiesen wurde, von der Hunte über den Unterlauf der Lethe in die Teichwirtschaft eingewandert ist. „Für diese These spricht auch der Totfund eines Otters, der vor etwa acht Jahren im Bereich Bürgermoor überfahren wurde“, weiß Schöttelndreier.
Präparat ausgestellt
Dieser Otter wurde mit Genehmigung der Naturschutzbehörde präpariert und ist nun im Waldpädagogikzentrum an der Teichwirtschaft in Ahlhorn ausgestellt.
Experte Krüger hatte im Herbst in seinem Gutachten darauf hingewiesen, dass ein Ortswechsel der Fischotter zwischen den Ahlhorner Fischteichen und dem Naturschutzgebiet „Bäken der Endeler und Holzhauser Heide“ kaum möglich sei. Als Grund nannte er die beiden Autobahntrassen, weitere Straßen, den Ort Ahlhorn mit dem Flugplatzgelände und die Wasserscheide zwischen dem Lethe- und dem Hunte-Einzugsgebiet. All diese Hindernisse erschweren den Ottern ebenso wie anderen semiaquatischen Tieren (leben sowohl an Land als auch im Wasser) den Weg.
Krüger hatte Anfang 2020 99 Standorte im Landkreis unter die Lupe genommen und stieß auf 50 Otternachweise.
