Ahlhorn - Die prominent besetzte Runde in der Pressekonferenz am Dienstag hatte vermuten lassen, dass die Zukunft des Blockhauses Ahlhorn in trockenen Tüchern ist. Neben Bischof Thomas Adomeit waren unter anderem Wissenschaftsminister Björn Thümler, Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke und der Präsident der Jade Hochschule, Prof. Dr. Manfred Weisensee, vertreten. Doch mehr als die Hoffnung auf eine Zukunft für das Jugend- und Freizeitheim an den Ahlhorner Fischteichen besteht derzeit noch nicht.
Die Projektentwickler
Sicher ist nur, dass die Bremer Projektentwickler Anton Brinkhege und Marcus Henke im Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Kirche Oldenburg bis Ende Juni eine Machbarkeitsstudie für das Blockhaus erstellen. „Ist das Ergebnis der Studie positiv, denken wir an ein Bildungszentrum für ökologische, ökonomische und soziale Ziele mit besonderem Bezug zum regionalen Umfeld“, erläuterte Brinkhege. Ende September soll klar sein, wohin die Reise geht. Ihre Vision: verschiedene Nutzer an einen Tisch bringen, damit das Projekt auf mehreren Säulen ruht. Die Suche nach einem Ankermieter laufe.
Anton Brinkhege ist Diplom-Betriebswirt, Immobilieninvestor sowie Entwickler von Wohn- und Gewerbeimmobilien mit Konzentration auf die Standorte Bremen und Oldenburg. Die Geschäftsaktivitäten umfassen insbesondere die Revitalisierung und Umwandlung von denkmalgeschützten Gebäuden. Bestreben ist es, diese Immobilien auch thematisch umzuwandeln. So wurden alternative Wohnkonzepte entwickelt und soziale Einrichtungen, wie zum Beispiel Kindergärten oder Gesundheitshäuser, geschaffen. Zudem wurden Hotels und Boardinghäuser errichtet und werden betrieben. Als Beispiel nannte Brinkhege das ehemalige Kloster Damme.
Marcus Henke ist Diplom-Betriebswirt und selbstständiger Unternehmensberater aus Bremen. Inhalte seiner Arbeit sind Kommunikation, Projektentwicklung, Management und ökologische Themen. Gemeinsame Erfahrungen mit Anton Brinkhege gibt es im Bereich Hotellerie, Tourismus und Projektentwicklung. Hier blicken beide auf eine langjährig gute Zusammenarbeit zurück. Die Entwicklung von kirchlichen Immobilien bildet heute einen Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit.
Doch ohne Betreiber hilft das auch nichts. Henke und Brinkhege können sich jedoch vorstellen, selbst als Betreiber des Blockhauses anzutreten. Dann müssten sie auch in den Erbpachtvertrag einsteigen. „Wir glauben an die Zukunft des Blockhauses“, so Henke, auch wenn es schwierig sei, für den Standort eine gute Lösung zu entwickeln. Er habe aber ein gutes Gefühl, dass es gelingen wird.
Der Oberkirchenrat
Dass der künftige Betreiber neben der Immobilie auch die 20 Beschäftigten übernimmt, ist unwahrscheinlich. „Eine 1:1-Übernahme ist nicht möglich“, sagte Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker. Solange es keine neuen Verträge gebe, stehe die Kirche aber in der Verantwortung. Das kirchliche Arbeitsrecht gewähre den Mitarbeitenden umfassenden Schutz. Es gebe Gespräche mit den Beschäftigten.
Der Bischof
Bischof Thomas Adomeit hatte eingangs an die Tradition des Blockhauses erinnert – ein Haus, in dem Menschen sich begegnen, lernen, Gemeinschaft erleben und wo Glaube gestärkt werde. „Das Blockhaus ist uns als Oldenburgische Kirche wichtig“, betonte Adomeit. Doch mit Blick auf die steigenden Kosten und die Jugend, die nicht mehr werde, die weniger werdenden Kirchenmitglieder, die zurückgehenden Steuereinnahmen sowie im Bewusstsein der gesamtkirchlichen Verantwortung habe die Synode den Beschluss gefasst, dass sich die Kirche aus der Trägerschaft des Blockhauses zurückzieht. Während die Gebäude, in die vor Jahren noch Millionen investiert wurden, der Kirche gehören, sind die Landesforsten Eigentümer von Grund und Boden.
Der Minister
Nach den Worten von Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hat das Blockhaus Ahlhorn eine besondere Bedeutung für die evangelische Landeskirche und viele Menschen im Oldenburger Land. Die Lage sei einzigartig, es sei ein Ort der Inspiration. Das Blockhaus sollte für viele Menschen offenbleiben. Die Jade Hochschule, die Universität Oldenburg sowie andere Hochschulen und Unis könnten das Blockhaus nutzen.
Der Bürgermeister
Bürgermeister Schmidtke will die Projektentwickler an den Runden Tisch holen, der nach Bekanntwerden des Rückzugs der Kirche in der Gemeinde Großenkneten gegründet worden war. Dort seien ebenfalls diverse Ideen entwickelt worden.
