Ahlhorn - Der Nabu (Naturschutzbund) Oldenburger Land unterstützt die Mahnungen des Forstamts Ahlhorn, endlich konsequente Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um das „Tafelsilber des Naturschutzes“, das 437 Hektar große Naturschutzgebiet (NSG) Ahlhorner Fischteiche zu retten. „Es steht schon auf der Kante“, sagt Nabu-Vorsitzender Hartmut Drebing. Er könne jeden Satz unterstreichen, der dazu vom Forstamt bei einer Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses der Gemeinde Großenkneten gesagt worden sei.
Wenig Wasser, viel Nitrat
Die Ahlhorner Fischteiche sind als Arten- und Ökoschutzgebiet (FFH-Gebiet) bedroht, hatten die Leiterin des Forstamtes Ahlhorn, Regina Dörrie, und ihr Kollege Jörn Schöttelndreier (Förster für Waldökologie) die Situation des Naturschutzgebietes beschrieben. Zu wenig Wasser und tonnenweise Nitrat in den Teichen. Seltene Pflanzengesellschaften wie die Strandlings- und Zwergbinsenfluren, Wasserpfeffer-Tännel und der Schlammling seien höchst gefährdet. Diese kämen in Niedersachsen nur noch auf rund 400 Hektar vor – 100 Hektar davon befänden sich in Ahlhorn. Die Ahlhorner Fischteiche sind maßgeblich vom Oberlauf der Lethe abhängig. Das Quellgebiet ist stark von der Landwirtschaft geprägt.
Tiere gefährdet
„Es ist für die Ahlhorner Fischteiche bereits später als 5 vor 12“, unterstrich Drebing: „Die dramatischen Entwicklungen in diesem Gebiet, das durch mehr als 200 festgestellte Vogelarten, viele gefährdete Amphibien-, Fledermaus- und vor allem auch Pflanzenarten gekennzeichnet ist, müssen das Land zum schnellstmöglichen Handeln antreiben.“
Wie andere Naturschutzverbände auch, fordere der Nabu dies bereits seit den 70er-Jahren ein. „Die schleichende Zerstörung des Naturschutzgebiets durch die Intensivlandwirtschaft oberhalb muss sofort gestoppt werden. „Sonst werden Rothalstaucher und Schellente ebenso wie viele andere Arten dort keine Zukunft haben“, führt Hartmut Drebing an. Es müsse zu Extensivierungen und auch von Dünger- und Nitrateinträgen völlig freizuhaltenden Bereichen im Oberlauf der Lethe bis in deren Quellbereiche kommen.
Nabu will Druck machen
Drebing wies darauf hin, dass die Ahlhorner Fischteiche Teil eines so genannten FFH-Gebiets seien, also eines nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie zu schützendes Gebiet. Das sei die höchste Schutzkategorie in der EU. Es habe sich gezeigt, dass Deutschland bislang den Verpflichtungen zum Erhalt der FFH-Gebiete in einem guten Zustand nicht in ausreichendem Maße nachkomme. In Bezug auf Grünland sei bereits eine Klage gegen die Bundesrepublik beim EuGH anhängig.
Stetig verschlechtert
„Im Hinblick auf die Ahlhorner Fischteiche zeige sich, dass sich deren Zustand als Teil des FFH-Gebiets stetig verschlechtert habe, ohne, dass die zuständigen Behörden ihren Verpflichtungen nachgekommen seien. Der Nabu werde daher weiterhin Druck auf die zuständigen Stellen ausüben“, kündigte der Vorsitzende des im Oldenburger Land mehr als 16.000 Mitglieder starken Naturschutzbundes an.
