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Alpakas als Wachdienst in Wardenburg Schoko, Cappuccino, Jonny und Diego halten Fressfeinde fern


Emma und Pepe, die Kinder von Linda Bruns und Marco Meyer,  haben sich wie auch die Hühner längst mit den Alpakas angefreundet. Das Foto entstand vor der Geflügelpest – derzeit müssen die Hühner  im Stall bleiben.   
privat

Emma und Pepe, die Kinder von Linda Bruns und Marco Meyer, haben sich wie auch die Hühner längst mit den Alpakas angefreundet. Das Foto entstand vor der Geflügelpest – derzeit müssen die Hühner im Stall bleiben.

privat

Harbern Ii - „Die Weide war wie ein Drive-in-Restaurant für Habichte und Füchse“, sagt Linda Bruns und umreißt mit einer Handbewegung das weitläufige Gelände. Hier, auf dem Hof Meyer in Harbern II, scharren normalerweise tausende Legehennen (im Moment müssen sie wegen der Geflügelpest im Stall bleiben). Immer wieder hatten sich Wildtiere auf der Suche nach leichter Beute an die freilaufenden Hühner herangemacht. Und da gab es einiges zu holen: Knapp 40.000 Hennen leben hier.

Paradiesische Zeiten

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Zwei Herden mit je rund 19 800 Hühnern leben auf dem Hof Meyer in Harbern. Für jede Herde stehen acht Hektar Auslauf zur Verfügung, pro Huhn rechnerisch vier Quadratmeter, darunter auch ein überdachter Bereich, der die Tiere vor Sonne, Schnee und Regen schützt. Der Strombedarf der Ställe wird über eine Photovoltaikanlage gedeckt.

Marco Meyer und Linda Bruns haben sich auf Freilandeier spezialisiert, bewirtschaften aber zudem rund 130 Hektar Land, auf dem sie Hafer, Gerste und Mais anbauen.

Alpakas sind eine Kamelart. Sie leben in den südamerikanischen Anden, überwiegend in Peru. Die Wolle der Tiere ist äußerst beliebt. Sie ist feiner als Schafwolle, weniger fettig und glänzt seidig.

Weil Alpakas besonders friedlich und ruhig sind, werden sie in Deutschland mittlerweile auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt, etwa bei psychischen und neurologischen Erkrankungen oder geistiger Behinderung.

Doch die paradiesischen Zeiten für die Fressfeinde sind nun vorbei. „Irgendwann hat es uns gereicht und wir haben recherchiert, wie man die Hühner schützen kann“, erzählt Linda Bruns, die gemeinsam mit ihrem Mann Marco Meyer den Hof der Familie bewirtschaftet. Die Lösung, auf die sie stießen: Alpakas. Die Tiere wirken zwar lammfromm und sind absolut friedlich, halten aber Fuchs und Co vom Freilaufgehege ab. „Wahrscheinlich, weil sie ziemlich streng riechen. Diesen Geruch kennen heimische Füchse nicht, das hält sie zurück“, vermutet die Harbernerin. Habichte sitzen zwar immer noch gern auf den Zaunpfählen und halten Ausschau nach Beute, doch an Hühner, die von den Alpakas beschützt werden, trauen sie sich nicht heran. „Wenn sich die Alpakas bedroht fühlen, treten sie auch schon mal zu – das geht blitzschnell“, erzählt die Landwirtin.

Im Internet haben Linda Bruns und Marco Meyer ihre vier Wach-Alpakas Schoko, Cappuccino, Jonny und Diego gefunden, die vorher in der Nähe von Hamburg auf einem weitaus kleineren Areal lebten. In Benthullen haben sie acht Hektar Auslauf – das waren sie anfangs gar nicht gewohnt. „Zuerst haben sie die Fläche gar nicht genutzt, mittlerweile aber haben sie sich eingelebt. Die Bedingungen hier sind ideal für die Tiere.“

Norddeutsche Kälte kann den Alpakas, die auf den Hochebenen der Anden beheimatet sind, nichts anhaben. Sie sind bei Wind und Wetter draußen. „Als es im Sommer so heiß war, haben wir sie mit dem Rasensprenger abgesprengt, damit sie sich abkühlen konnten“, erzählt Linda Bruns lachend. Auch an die Hühner haben sich die Exoten längst gewöhnt – und umgekehrt. „Die Alpakas liegen mitten zwischen den Hühnern und gehen ganz vorsichtig mit ihnen um, während die Hühner auch schon mal nach ihnen picken.“ Und auch die Fressnäpfe der Huftiere sind vor dem Federvieh nicht sicher.

Tiere für zweite Herde

Nachdem die Alpaka-Anschaffung für die erste Hühner-Herde so erfolgreich war, denken Linda Bruns und Marco Meyer über weitere Tiere auch für ihre zweite Herde nach. Schoko, Cappuccino, Jonny und Diego sollen aber auf jeden Fall zusammenbleiben und nicht auf die beiden Herden aufgeteilt werden. „Die Alpakas sind sehr soziale Wesen. Sie zu trennen, kommt für uns nicht infrage.“

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