Halenhorst - In der Gründerzeit der Kolonie Halenhorst gingen die älteren Kinder nach Littel oder in die provisorische Schule nach Hengstlage. Die Kolonie, die eigentlich zur Schulacht Sage gehörte, konnte und wollte seine Kinder nicht zur Sager Schule schicken, da der Weg (zwei bis zweieinhalb Stunden) für die kleinen Füße viel zu anstrengend war. Zudem fehlte es an befestigten Verbindungswegen. Die Kolonisten wollten sogar auf ihre zehn abgabefreien Jahre verzichten, wenn der Staat mit einer angemessenen Beihilfe ihnen eine Schulstube einrichtet. Am 13. Oktober 1859 war es so weit.
Gebäude 1878 fertig
Der Nebenlehrer Siegfried Heinrich Neddmeier, gebürtig aus Grüppenbühren, wurde angewiesen, den Schuldienst bei der neu eingerichteten provisorischen Schule zu übernehmen. Der Wunsch nach einem eigenen Schulhaus dauerte an. Jedoch fiel der Schulacht die Unterhaltung eines Schullokals immer schwerer und erforderte jährlich mehr oder weniger hohe staatliche Beihilfen. Die Ursache dazu lag in den schlechten Ernten und Erkrankungen des Viehs. So reichte das Brotgetreide einmal nur knapp bis Weihnachten, weil der Roggen im Winter erfror. Das Hornvieh erkrankte an Rheumatismus und weiteres Nutzvieh verendete.
1877 wurde der Zimmermeister Fischer aus Westrittrum angehalten, den Bau eines Schulhauses zu beschleunigen, damit vor Eintritt der rauen Jahreszeit die Schule unter Dach und Fach kam. Am 21. Dezember desselben Jahres war es so weit und Anfang 1878 konnte Hauptlehrer Neels einziehen. Zum Winter 1878 richtete man eine „Industrieschule“ ein, im Volksmund „Nähschule“, heute auch Handarbeitsunterricht genannt.
Schulwesen neu geordnet
In Folge der zunehmenden Schülerzahl wurde 1910 eine Oberklasse eingerichtet. 1933 erfolgte ein weiterer Anbau für die dringend benötigte Unterklasse. Am 1. März 1946 kehrte Hauptlehrer Georg Gerdes zurück und übernahm die inzwischen wieder zweiklassig gewordene Schule. Zu Ausbildungszwecken weilten im August 1949 zwei Studenten der Pädagogischen Hochschule Oldenburg in Halenhorst, die späteren Lehrer Hans Rudi Samoleit und Edmund Bayerlein. Der Fortzug vieler Ostvertriebener ließ die Schule 1952 wieder einklassig werden. Dazu gehörten bis 1953 auch Schulkinder aus Charlottendorf-West.
Am 1. August 1968 wurde die Schule im Rahmen der Neuordnung des Schulwesens in der Gemeinde Großenkneten aufgelöst. Die letzten 37 Schulkinder verteilten sich nach Jahrgängen: eins bis vier zur Grundschule Sage und fünf bis neun zur MPS nach Großenkneten. Das Schulgebäude wurde verkauft.
