Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Altreifen-und Fahrzeugrecycling Ein Großbrand mit Nachwirkungen

Diskutierten am Feldrand: Der Hurreler Landwirt Helmut Braun (rechts) und Erdal Sarigül von der Recycling-Firma Ersa (links). Mit dabei auch Hattens Bürgermeister und Landratskandidat Christian Pundt (3. von links)

Diskutierten am Feldrand: Der Hurreler Landwirt Helmut Braun (rechts) und Erdal Sarigül von der Recycling-Firma Ersa (links). Mit dabei auch Hattens Bürgermeister und Landratskandidat Christian Pundt (3. von links)

Altmoorhausen/Munderloh - Es ist besser, miteinander zu reden – als übereinander. Das zeigte der Ausgang eines Ortstermins, zu dem auf Initiative des Hurreler Landwirts Helmut Braun die FDP-Fraktionschefin im Huder Rat, Marlies Pape, Vertreter der Huder Ratsfraktionen und Anlieger sowie den Hatter Bürgermeister und Landratskandidaten Christian Pundt eingeladen hatte. Landwirt Helmut Braun macht sich Sorgen.

Anlass ist ein Großbrand im Dezember 2018 auf dem Gelände der Firma Ersa, die im Gewerbegebiet Munderloh Altreifenverwertung und Fahrzeugrecycling betreibt. Brauns Flächen liegen in Windrichtung. Er sprach von der Angst, dass es wieder brennen könnte und Ruß und Dioxin freigesetzt würden. „Das wäre fatal“, so Braun. Vertreter der Firma Ersa waren nicht zu dem Ortstermin eingeladen worden. Doch Inhaber Erdal Sarigül hatte davon Wind bekommen und stieß dazu. Er zeigte sich enttäuscht, dass man ihn nicht persönlich angesprochen habe.

Riesenglück gehabt

Sarigül machte deutlich, dass ein Reifenlager nicht von selbst brenne. Das Thema Brandstiftung sei noch nicht abgeschlossen. Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen seien getroffen worden, wie eine massive Erweiterung der Videoüberwachung und mehr Hunde auf dem Gelände. Sarigül berichtete, dass das Schadenfeuer seine Firma mehr als 200 000 Euro gekostet habe. Mittlerweile sei auch das Außengelände versichert – und ebenso Umweltschäden. Das Gelände präsentiert sich seit dem Brand auch aufgeräumter, um den Einsatzkräften schnelleren Zugang zu Brandherden zu ermöglichen. Alle hätten seinerzeit Riesenglück gehabt, dass der Brand nicht größer geworden sei, sagte Hattens Bürgermeister Christian Pundt.

Laut Sarigül ist seine Firma ein zertifiziertes Unternehmen. Das Gewerbeaufsichtsamt kontrolliere regelmäßig. Erst vor wenigen Wochen seien Bodenproben gezogen worden. Das habe allein 16 000 Euro gekostet. Das Ergebnis: Es seien keine Belastungen festgestellt worden. Der Betrieb arbeite ordnungsgemäß.

Rund sieben Hektar

Insgesamt hat die Firma rund sieben Hektar Gewerbefläche in Munderloh. Knapp 30 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Deutlich machte der Inhaber, dass es sich nicht um ein Reifenendlager handele. Täglich würden rund 2000 Reifen von den Kunden geholt und auf dem Gelände sortiert. Die guten Reifen würden verkauft bzw. exportiert, der Rest, das seien rund 90 Prozent, zu den großen Schredder-Anlagen gebracht, die das Granulat wiederum an Reifenhersteller lieferten. Optisch sieht es auf dem Gelände eher wie eine Schrottplatz aus. Doch auch die Altwagen, die hier laut Sarigül ordnungsgemäß ausgeschlachtet werden, gehen, nachdem sie in der Schrottpresse waren, in die Wiederverwertung. Es sei also ein ständiges Kommen und Gehen. Spontan lud Sarigül die Teilnehmer des Ortstermins, die sich am Feldrand getroffen hatte, zu einer Besichtigung seines Betriebes ein, damit sie sich selbst ein Bild machen konnten. So kam man zumindest ins Gespräch und nahm die Erkenntnis mit, dass man sich auch vonseiten der Firma sehr viele Gedanken zur Sicherheit macht. Sarigül machte deutlich, dass es Firmen wie die seine geben müsse, um die Berge an ausgemusterten Reifen und Fahrzeugen in Deutschland ordnungsgemäß zu entsorgen.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden