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Online-Versandhändler Amazon startet Betrieb im Logistikzentrum Ahlhorn

Eröffnete das Amazon-Logistikzentrum in Ahlhorn: Standortleiterin Dina Lakemann. An ihrer Seite ihr Kollege und Leiter des Logistikzentrums Winsen, Jörn Asmussen.

Eröffnete das Amazon-Logistikzentrum in Ahlhorn: Standortleiterin Dina Lakemann. An ihrer Seite ihr Kollege und Leiter des Logistikzentrums Winsen, Jörn Asmussen.

Christoph Koopmeiners

Ahlhorn - Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit ist am Montagabend das neue Logistik-Zentrum von Amazon in Ahlhorn im Landkreis Oldenburg in Betrieb gegangen. 350 Beschäftigte begrüßte Standortleiterin Diana Lakemann (32) zur ersten Nachtschicht, als sie das symbolische Band vor dem riesigen Gebäude des Online-Versandhändlers durchschnitt. Das Logistikzentrum im Metropolpark Hansalinie (ehemaliger Fliegerhorst) ist 24 Meter hoch. Jede der vier Etagen hat eine Größe von sieben Fußballfeldern.

Täglich beliefern 120 bis 150 Lkw das Logistikzentrum, in der Weihnachtszeit sollen es 200 bis 250 sein. Von Ahlhorn werden die Produkte zu den einzelnen Sortier- und Verteilzentren wie dem in Cloppenburg oder zu anderen großen Logistikern wie DHL und Hermes transportiert, deren Fahrer die Pakete schließlich zu den Kunden bringen.

Zwei Schichten pro Tag

Nach Auskunft von Amazon-Pressesprecher Thorsten Schwindhammer wurden für das Logistikzentrum bislang gut 750 Mitarbeitende eingestellt, 650 davon im Versand sowie 100 Fach- und Führungskräfte. Die meisten Beschäftigten kämen aus den Regionen Cloppenburg, Oldenburg und Bremen. Bis zum Jahresende will Amazon mindestens 1000 Mitarbeitende einstellen. Geplant sind von sonntagabends bis samstagabends zwei Schichten pro Tag mit jeweils 500 Personen.

Vor dem Eingang zum Metropolpark Hansalinie auf der Vechtaer Straße in Ahlhorn wurde jetzt eine Ampel aufgestellt. Grund ist der Betriebsstart des Logistikzentrums von Amazon Ende August.

VOR DEM START IN AHLHORN Neues Amazon-Logistikzentrum macht viel Verkehr – Eine Ampel muss her

Christoph Koopmeiners
Ahlhorn

Ein Großteil der neuen Beschäftigten hat einen befristeten Vertrag mit einer Laufzeit von 18 Monaten erhalten, bestätigt Schwindhammer. In Ahlhorn seien es etwa 70 Prozent. Befristete Verträge seien an neuen Amazon-Standorten üblich. Sie würden mit der Zeit entfristet. Der Stundenlohn für Beschäftigte im Versand liegt laut Amazon bei 14,10 Euro. Die Gewerkschaft Verdi hat den Online-Versandhändler schon mehrfach aufgefordert, in den Flächentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels einzusteigen – bislang ohne Erfolg.

Ansiedlung begrüßt

Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke (SPD) begrüßt die Ansiedlung von Amazon. Sie sei für die Gemeinde Großenkneten und die Region ein Gewinn, weil sie Jobs verschiedenster Qualifikationslevel schaffe und damit den hiesigen Arbeitsmarkt aufwerte.

Susan Berg von der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven/Jobcenter Oldenburg erklärte, dass die Logistik als Zukunftsbranche Perspektiven für zahlreiche Menschen eröffne – sowohl für ungelernte Arbeitskräfte als auch für Fachleute. Diese Ansiedlung sei dementsprechend eine positive Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt.

Obwohl Amazon das Gebäude in Ahlhorn vom weltweit agierenden Immobilienunternehmen Gazeley (GLP) nur gepachtet hat, investierte der Online-Versandhändler nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag in den Standort. Unter anderem wurden 15 Kilometer Fördertechnik verbaut. Hunderte Transportroboter bringen mobile Regale mit den Produkten zu den Beschäftigten in der Warenein- und -auslieferung. Rund 16 Millionen überwiegend kleinere Artikel will Amazon in Ahlhorn einlagern. Der Standort ist nach Winsen, Achim und Helmstedt das vierte Amazon-Logistikzentrum in Niedersachsen und das 20. in Deutschland.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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