Ganderkesee - Die 24 Zimmer sind bezugsfertig, es steht reichlich qualifiziertes Personal in den Startlöchern und selbst die Hochbeete im Garten sind schon mit frischen Kräutern bepflanzt: „Haus Kuno“ und „Haus Theo“, so heißen zwei neue Senioren-Wohngemeinschaften in Ganderkesee, sind bereit. Allein an Bewohnern fehlt es zum Start an diesem Donnerstag noch.
„In Nordrhein-Westfalen sind solche Wohnkonzepte etabliert – dort gibt es Wartelisten im dreistelligen Bereich“, sagt Christian Migge, Pflegedienstleiter der Adlatus GmbH, die seit 2019 zur Herforder Bonitas Holding gehört. Letztere betreibt schon andernorts mit großem Erfolg ambulant betreute Senioren-WGs – hier hingegen sei das Konzept noch vergleichsweise unbekannt, so Migge.
Keine starren Strukturen
Jeder der beiden WGs an der Adelheider Straße 15 bietet zwölf Bewohnern Platz. Jedem steht ein Einzelzimmer mit Bad zur Verfügung; eingerichtet werden kann es, wenn gewünscht, mit den eigenen Möbeln. „Uns ist wichtig, dass jeder seine Gewohnheiten weiter leben kann und sich hier wie zu Hause fühlt“, erklärt Hausleiter Stephan Steinert.
An diesem Freitag, 2. Oktober, haben Interessierte zwischen 9 und 15 Uhr Gelegenheit, sich die Räume der Senioren-WGs bei einem Tag der offenen Tür anzusehen. Auch individuelle Fragen zur Betreuung und Finanzierung können dann geklärt werden.
Zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus wird um vorherige Anmeldung unter
Einziehen können Bewohner mit und ohne Pflegegrad. Den pflegerischen Bedarf decken die Adlatus-Mitarbeiter rund um die Uhr ambulant ab. Der Betreuungsschlüssel beträgt 1:6. Zum Team gehören auch Betreuungs- und Hauswirtschaftskräfte sowie ein Hausmeister. „Bewohner, die in der Küche oder im Garten mithelfen möchten, können das tun, müssen es aber natürlich nicht“, so Steinert.
Kurzzeitpflege möglich
Der Eigenanteil, den die Bewohner für die Rundum-Versorgung leisten müssen, liegt laut Pflegedienstleiter Migge nur geringfügig über den Kosten für die Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung. Auch die Möglichkeit der Kurzzeitpflege besteht in den WGs.
Dass es zwar schon allerlei Anfragen und Reservierungen für die WG-Zimmer gibt, aber noch keine Verträge, führt Hausleiter Steinert vor allem darauf zurück, dass keiner der Interessierten der oder die Erste sein möchte. „Ich habe mehrfach gehört: ,Dann ist da ja noch keiner zum Reden!’“, berichtet Steinert. Auch Corona sorge für Verunsicherung. Dabei seien Besuche weniger eingeschränkt als im Pflegeheim. „Besuch kann jederzeit kommen, im Moment allerdings nur mit Anmeldung und unter Einhaltung der Hygienevorschriften.“
Steinert ist fest überzeugt, dass sich das Haus schnell füllen wird: „Wenn das Konzept bekannt wird, kommen die Leute ganz automatisch.“
