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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Amerikaner auf Spurensuche

02.06.2014

Ahlhorn Es ist Sonnabend, der 13. November 1943. Am frühen Vormittag starten von verschiedenen englischen Stützpunkten Bomberstaffeln, um Ziele in Deutschland zu bombardieren. Die 8. US Air Force fliegt an diesem Tag bereits ihre 130 Mission während des Zweiten Weltkrieges. Insgesamt sind 143 Bomber vom Typ B-17, „Flying Fortress“, sowie B-24, „Liberator Bomber“, im Einsatz. Begleitschutz erhalten diese Bomber von 390 Begleitjägern vom Typ P-47, „Thunderbolt“, und P-38, „Lightning“.

Hier können sich Zeitzeugen melden

Augenzeugen, die Werner Oeltjebruns und seinen Mitstreiter Volker Urbansky bei der Suche nach verschollen geglaubten Maschinen unterstützen möchten, können sich bei dem Verein „Flieger, Flugzeuge,Schicksale“ melden.

Erreichbar ist der Wardenburger Werner Oeltjebruns unter Telefon  0 44 07/61 56 oder per E-Mail an werner.oeltjebruns@ewetel.net.

Der Angriff richtet sich gegen U-Boot-Anlagen in Bremen. Auch werden Ziele in Flensburg und Kiel angeflogen. Doch das Wetter an diesem Tag ist außerordentlich schlecht, der Himmel mit einer dichten Wolkendecke verhangen. Rund 100 der im Einsatz befindlichen Flugzeuge brechen wegen des schlechten Wetters den Einsatz vorzeitig ab. Es wird dennoch ein verlustreicher Tag der amerikanischen Air Force.

Unter den Bomberbesatzungen, die nicht wieder ihren Heimatflughafen erreichen, befindet sich auch die zehnköpfige Crew des Piloten Lt. Ralph Lamma. Lamma sitzt am Steuerknüppel seiner viermotorigen B-24, „Liberator“, als diese von deutschen Jagdflugzeugen angegriffen wird, so werden es später die Überlebenden berichten.

Lediglich fünf Besatzungsmitgliedern gelingt es nach einem Treffer, aus dem spiralförmig zu Boden trudelnden 26 Tonnen schweren Bomber rechtzeitig mit Fallschirmen zu springen. Unter ihnen befindet sich der Navigator Lt. John Howard Adams.

Navigator kehrt zurück

37 Jahre später im Oktober 1980 ist dieser nach Oldenburg zurückgekehrt, um in alten Zeitungsbänden nach einer Meldung über seinen Absturz zu forschen – leider vergeblich. Über diesen Besuch berichtete die NWZ  in ihrer Ausgabe am 17. Oktober 1980.

Was Adams nicht gelang, haben nun die beiden Luftfahrthistoriker Volker Urbansky (Cloppenburg) und Werner Oeltjebruns (Oberlethe) vom Verein „Flieger Flugzeuge Schicksale“ erfolgreich ermittelt. Die beiden hatten seit geraumer Zeit eine Absturzmeldung für einen der Ahlhorner Fischteiche vorliegen. Das Datum: 13. November 1943 passte haargenau. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurden aus dem Nationalarchiv in Washington sowie aus dem US-Stützpunkt Fort Knox in Kentucky (USA) weiterführende aufschlussreiche Dokumente und Unterlagen angefordert.

Erst dann war zweifelsfrei sicher: In den Ahlhorner Fischteich stürzte tatsächlich das Flugzeug und die Besatzung des Piloten Lt. Lamma.

Urbansky konnte Adams in Santa Barbara ausfindig machen, führte einige Telefonate und schickte E-Mails an dessen Familienangehörige. Diese konnten die Nachricht, dass nach all diesen Jahren jemand die tatsächliche Absturzstelle sicher gefunden hatte, kaum fassen. John Adams hatte gerade einige Monate zuvor sein eigenes Buch über seine Kriegserlebnisse veröffentlicht. Adams ist heute 96 Jahre alt. Sein Gesundheitszustand ist schlecht, er lebt nur dank eines Sauerstoffgeräts.

Fast zeitgleich nahm Ralph Winter, Sohn des bei dem Absturz ums Leben gekommenen Piloten Lt. Lamma, Kontakt zu dem als einzigen noch lebenden Besatzungsmitglied, John Adams, auf. Als er von den Erkenntnissen der beiden Historiker Oeltjebruns und Urbansky erfuhr, reiste er nach Deutschland, um die Stelle aufzusuchen, an der sein Vater vor über 70 Jahren sein Leben verloren hatte. An der Absturzstelle selbst konnten mit Hilfe eines Metalldetektors noch eindeutige Flugzeugzeugteile sichergestellt werden, die Winter nun als Andenken mit in die USA nimmt.

Letzte Ruhe in Belgien

Der 71-Jährige, der seinen Vater zum letzten Mal als acht Monate altes Baby gesehen und deshalb keine Erinnerung an ihn hat, war am Sonntag hin- und hergerissen, als er mit den beiden Forschern zur Absturzstelle wanderte. „Es ist so ein schöner Ort“, sagte er in seiner Muttersprache. Dennoch weiß er jetzt, dass genau hier sein Vater gestorben ist. Das US-Militär hat die sterblichen Überreste mehrere Soldaten sieben Jahre nach dem Absturz, also 1950, bergen und nach Belgien überführen lassen. Auch das haben Volker Urbansky und Werner Oeltjebruns durch gründliches Aktenstudium in Erfahrung bringen können.

Werner Fademrecht
Hatten
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2731

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US Air Force

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