Harpstedt/Wildeshausen - Gewerbsmäßiger Betrug wird einem 37-Jährigen vorgeworfen, der sich seit Freitag in zehn Fällen vor dem Amtsgericht Wildeshausen verantworten muss. Dabei geht es um verschiedene Vergehen, die sich 2016 bis 2017 abgespielt haben sollen.
Angestellte sagt aus
Der Angeklagte, zum Zeitpunkt der Taten wohnhaft in der Samtgemeinde Harpstedt, soll zum einen Smartphones und dazugehörige Tarifverträge über eine Internetplattform zum Verkauf angeboten haben – geliefert worden seien jedoch nur Vermittlungsaufträge für Verträge. Zum anderen soll er über andere Plattformen Kreditkarten trotz Schufa-Einträgen angeboten haben, auch diese seien nicht geliefert worden, so die Anklage. Zum Teil sollen die Taten gemeinsam mit einem weiteren Angeklagten aus Berlin geplant und begangen worden sein, dessen Verfahren abgetrennt wurde. Die Nachnahmegebühr, die bei Zustellung der Pakete gezahlt werden musste, soll an die Angeklagten gegangen sein, wodurch sie sich laut Staatsanwaltschaft eine Einnahmequelle verschaffen wollten.
Eine Rolle spielt in dem Verfahren auch die Firma, über die die Geschäfte liefen und bei der eine weitere Person als Geschäftsführerin eingetragen ist. Eine ehemalige Angestellte des Angeklagten sagte am Freitag aus, dass sie nicht bei besagter Firma angestellt war, sondern bei dem 37-Jährigen als Einzelunternehmer. In der Tätigkeit sei es um Vermittlungen für Handytarifverträge gegangen, für Personen, die beispielsweise wegen Schufa-Einträgen nicht so einfach Verträge bekommen. Sie selbst habe Bürotätigkeiten ausgeübt und auch Kundenbeschwerden bearbeitet, sagte sie Zeugin. Davon habe es sehr viele gegeben: wenn keine Verträge vermittelt werden konnten, aber auch, weil Kunden eigentlich davon ausgegangen seien, ein Smartphone zu erhalten.
Wird fortgesetzt
Irgendwann habe sie ihren damaligen Chef gefragt, ob das alles rechtlich in Ordnung sei. Er habe geantwortet, es handele sich um eine Grauzone, sagte die Zeugin. Das Verfahren wird in mehreren Terminen fortgesetzt. Später soll es auch genauer um die Anklage zu den Kreditkartenvorwürfen gehen.
