Wildeshausen - Zwei junge Frauen sind beim Amtsgericht Wildeshausen zu Beginn des Monats in ihre Ausbildung als Justizfachwirtinnen gestartet. Lucy Schäfer und Frederike Siemer, beide gebürtig aus der Gemeinde Großenkneten, bewarben sich beim Oberlandesgericht in Oldenburg und wurden über dieses beim Amtsgericht angestellt. „Wir sind immer auf der Nachwuchssuche und freuen uns, zwei neue Anwärterinnen bei uns begrüßen zu dürfen“, sagt Sabine Plate-Greupner, Direktorin des Amtsgerichts.
Ausbildungsgericht für Mittleren Dienst
Das Wildeshauser Amtsgericht ist ein Ausbildungsgericht für den Mittleren Dienst und konzentriert sich dementsprechend auf die Lehre der Justizfachwirte und -wirtinnen. Die Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre und ist gegliedert in drei Abschnitte. Schäfer und Siemer befinden sich derzeit in der Einführungswoche, in der ihnen zuerst die Räumlichkeiten und verschiedenen Arbeitsplätze im Gericht vorgestellt werden. „So lernen sie das Haus erstmal kennen“, sagt Ditte Höfel, die Ausbildungsleiterin.
Der Start in die Ausbildung sei von drei Wochen Theorie geprägt, denn nach der Einführung werden Schäfer und Siemer in Oldenburg gemeinsam mit anderen Auszubildenden aus dem Landkreis Wissenswertes über den Job lernen. Im Vordergrund steht bei der Arbeit als Justizfachwirtin die Aktenverwaltung – sowohl elektronisch als auch auf dem Papier. „Bei uns läuft alles zusammen. Hier gehen die Anträge ein und die Schreiben, zum Beispiel Vorladungen oder Bescheide über Strafzahlungen, wieder raus“, sagt Höfel. Außerdem seien sie die erste Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, erklärt Plate-Greupner. „Es sind die Kontaktpersonen beim Amtsgericht – hier kann man seine Fragen loswerden“, fügt sie hinzu.
Vielfältiger Beruf
Der Aufgabenbereich, den Schäfer und Siemer nun kennenlernen werden, sei breitgefächert, sagt Hedda Spille, Geschäftsleiterin. Dies ist einer der Gründe, warum sich Frederike Siemer für die Ausbildung entschieden hat: „Es sind zwar immer ähnliche Abläufe, aber andere Fälle. Ich glaube, dadurch wird einem hier nie langweilig“, sagt sie. Ihr Interesse an der Justiz kam nicht zuletzt durch den Beruf ihres Vaters – dieser ist Polizist. „Ich wollte auch Polizistin werden, daraus ist aber leider nichts geworden. Deshalb musste ich mich umorientieren. Dabei bin ich auf diesen Beruf gestoßen“, sagt Siemer.
Ihre Kollegin und Co-Auszubildende Lucy Schäfer freut sich ebenfalls über die Vielfalt ihres zukünftigen Berufs. Dieser fiel ihr ins Auge, als sie an einer Jobmesse teilnahm: „Ich habe mich nach meinem Fachabitur gefragt, was ich gut kann. Dabei habe ich Gefallen am Bereich der Verwaltung gefunden“, so Schäfer. In Oldenburg hat sie sich bei einer Jobmesse am Stand des Oberlandesgerichts informiert. Die Initiative des Gerichtes war also erfolgreich: „Wir versuchen mit der Teilnahme an Messen und anderweitigen Berufsorientierungen Werbung für den Beruf zu machen“, sagt Höfel.
Die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung sind entweder ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit zusätzlicher beruflicher Qualifikation, erklärt Plate-Greupner. Bewerbungen seien immer ab Herbst für das kommende Jahr möglich und werden beim Oberlandesgericht in Oldenburg eingereicht. Auch Praktika würde das Amtsgericht in Wildeshausen anbieten. Quereinstiege seien ebenfalls möglich, sagt Höfel. Interessierte können sich direkt telefonisch beim Amtsgericht melden (Tel. 04431/840).
