Harpstedt - Eine gewisse Aufregung und ein „Kribbeln“ schwingen schon mit, sagte Frank kleine Kruthaup am Dienstag im Harpstedter Amtshof: Der 52-Jährige hatte seinen ersten Arbeitstag als neuer Erster Samtgemeinderat. Auch wenn er einiges an Erfahrung mitbringt, hätte die Anfangszeit in einem neuen Job immer wieder etwas von einer Ausbildung.
„Ich versuche, schnellstmöglich in die Materie einzutauchen“, sagte kleine Kruthaup. Dazu gehört auch, die Samtgemeinde kennenzulernen: Der 52-Jährige lebt mit seiner Frau und den zwei Kindern in Rechterfeld (Gemeinde Visbek) und kannte bislang nur einen kleinen Teil seines neuen Wirkungsgebietes.
Mitgliedsgemeinden besucht
Um das zu ändern, haben er und Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel schon vor seinem ersten offiziellen Arbeitstag die meisten der acht Mitgliedsgemeinden besucht: Die Liegenschaften wie Feuerwehren und Kindergärten hätten sie angeschaut und auch mit den Bürgermeistern gesprochen, sagt Nagel. Besuche in Dünsen und im Flecken selbst sollen die Rundreise abschließen.
Zuletzt war kleine Kruthaup Geschäftsführer des Jobcenters in Vechta. Weil er dort noch nicht lange gewesen sei, habe er sich nicht schon auf die erste Ausschreibung der Stelle des Ersten Samtgemeinderats beworben: Obwohl sie ihn gereizt habe, sei er zwiegespalten gewesen, denn er habe auch beim Jobcenter „etwas bewirken“ wollen. Die zweite Ausschreibung sei ihm dann aber doch wie ein Wink mit dem Zaunpfahl vorgekommen. Nach der Bestätigung durch die Mitglieder des Samtgemeinderates bekleidet er sein neues Amt als Wahlbeamter nun für acht Jahre als Nachfolger von Ingo Fichter.
Zwar habe er online vorab die Haushaltspläne angeschaut – die Kämmerei gehört zu seinen Aufgabenbereichen –, doch die richtige Einarbeitung folgt jetzt. Dafür werde er mit Sicherheit auch noch „Input von Fachleuten“ brauchen. Mit der Doppik kenne er sich zumindest aus: Diese habe er beim Landkreis Vechta kennengelernt. Der Samtgemeinde-Haushaltsplan für das kommende Jahr soll wie üblich im Dezember beschlussreif sein, kündigte Nagel an.
Nach Ausbildung übernommen
Ihren ersten Tag hatte auch Merle Rua am Dienstag: Die 15-jährige Delmenhorsterin startet nach dem Erwerb des erweiterten Realschulabschlusses ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Samtgemeinde. „Wir sind froh, dass wir jemanden gefunden haben“, betonte Nagel, denn der Fachkräftemangel mache sich auch in der Verwaltung bemerkbar.
So schätze man sich auch glücklich, wenn sich jemand während der Ausbildung gut macht und anschließend übernommen werden kann: Über einen unbefristeten Vertrag kann sich daher Franziska Reimers aus Wildeshausen freuen. Die 21-jährige Verwaltungsfachangestellte unterstützt den Fachbereich 4 – Bau und Planung.
