Wildeshausen/Landkreis - Die Feuerwehr-Uniform von Andreas Tangemann ist schon reich dekoriert mit Orden und Ehrenzeichen. „Da ist ja gar kein Platz mehr“, stellte Regierungsbrandmeister Udo Schwarz am Freitagabend fest, als er dem scheidenden Kreisbrandmeister des Landkreises Oldenburg das goldene Feuerwehr-Abzeichen des Landes Niedersachsen an die Brust heften wollte. Schließlich fand sich aber noch eine freie Stelle für die von Innenminister Boris Pistorius verliehene Auszeichnung, ebenso wie für die Verdienstmedaille der Stadt Wildeshausen, die Bürgermeister Jens Kuraschinski dem sichtbar gerührten Tangemann überreichte.
1977 eingetreten
18 Jahre war der Wildeshauser oberster Brandschützer im Landkreis Oldenburg, dreimal wurde er zum Kreisbrandmeister gewählt – eine vergleichsweise lange Amtszeit, die bei der offiziellen Verabschiedung durch den Landkreis am Freitag im Reitersaal der Wildeshauser Gildestube nicht nur mit Ehrungen und Präsenten gewürdigt wurde, sondern auch mit vielen lobenden Worten. Vorher hatte Andreas Tangemann, der 1977 in die Freiwillige Feuerwehr Wildeshausen eintrat, bereits als Gruppen- und Zugführer, Ortsbrandmeister (seit 1998) und stellvertretender Kreisbrandmeister (seit 2001) Verantwortung übernommen. Seit 2011 ist er zudem Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen.
Landrat Dr. Christian Pundt hob das „ausgeprägte Vorleben von Kameradschaft“ durch Tangemann hervor und nannte ihn einen „unverzichtbaren Ratgeber für die Kreisverwaltung“ – auch in seiner beruflichen Funktion als Finanzbeamter. „Andreas Tangemann hat immer für die Feuerwehr gebrannt“, sagte Wardenburgs Bürgermeister Christoph Reents als Kreisvorsitzender des Städte- und Gemeindebundes. Seine dreimalige Wahl ins Amt zeige das Vertrauen von Politik und Verwaltung in seine Person und Kompetenz, so Reents. Mit Frank Hattendorf aus Hude sei aber ein ebenso kompetenter Nachfolger gewählt worden.
Bezirks-Brandmeister Udo Schwarz hob das Verständnis von Ehefrau Maria Tangemann und der drei Kinder hervor: „Ein guter Feuerwehrmann ist nur so stark wie die Frau und die Familie dahinter.“ Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski erinnerte unter anderem an Tangemanns Einsatz für eine neue Drehleiter in der Kreisstadt.
Gäste aus Polen
Besonders gerührt zeigte sich Andreas Tangemann von der Teilnahme dreier Feuerwehrfreunde aus dem polnischen Landkreis Nowomiejski mit Landrat Andrzej Ochlak an der Spitze. Der Austausch der Feuerwehren aus dem Landkreis Oldenburg und dem polnischen Partnerkreis und insbesondere die gemeinsamen Jugendzeltlager waren dem Wildeshauser stets ein persönliches Anliegen.
In einem kurzen Schlusswort bedankte sich der scheidende Kreisbrandmeister bei seiner Familie und den vielen Feuerwehrkameraden, die ihn durch das Ehrenamt begleiteten. Er werde der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen noch weiter aktiv verbunden bleiben, versicherte Tangemann abschließend. „Ich bin nicht weg, sondern nur woanders“.
