Hespenbusch - Wer ein Pony durch einen Parcours führt, muss klare Ansagen machen. So wie im Alltag gegenüber anderen Menschen. Das ist es unter anderem, was zehn junge Teilnehmerinnen im Alter zwischen acht und zehn in Hespenbusch gelernt haben. Sie nahmen an „Mädchenträume“ teil.
„Der Kurs wurde sehr gut nachgefragt“, sagte Beate Pollak vom Jugendamt. Zwischen acht und zehn Kinder können an „Mädchenträume“ teilnehmen. Neben dem Jugendamt und der Gemeinde unterstützt auch die Gleichstellungsbeauftragte von Großenkneten, Antje Oltmanns, die Aktion.
Die Beweggründe, bei „Mädchenträume“ mitzumachen, seien bei den Teilnehmerinnen unterschiedlich, sagte Pollak. Vor allem sollen sie dort eines lernen: sich selbst zu behaupten – oder zumindest soll die Aktion einen Anstoß dazu geben. Einen Menschen könne man innerhalb von drei Tagen nicht völlig umkrempeln, betonte Pollak. Aber sie merkte auch wieder bei dieser Auflage: Die Mädchen gehen aufrechter und gestärkt nach Hause.
Vormittags fand im Dorfgemeinschaftshaus Wen-Do statt. Wen-Do ist Selbstbehauptung speziell für Mädchen und Frauen. Unter anderem wird dabei das sichere Auftreten trainiert. Aber auch, wie man sich im Notfall wehrt. Beate Pollak weiß: „Viele Mädchen schlagen nicht gern zu.“ Diese Hemmschwelle wird bei der Selbstbehauptung abgelegt. Nachmittags ging es auf den Hof der Reitpädagogin Brigitte Malcharczyk, wo die Mädchen mit Pferden arbeiteten.
„Wir können den Mädchen viel mitgeben“, sagte sie. Der Rest müsse zu Hause erfolgen. Im Herbst können weitere Teilnehmerinnen aufrecht den Hof in Hespenbusch verlassen: Dann soll „Mädchenträume“ wieder stattfinden.
