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Aufruf zur Stammzellenspende 46-jähriger Wildeshauser sucht genetischen Zwilling

Ist auf eine Stammzellenspende angewiesen: Thorsten Wiemeyer aus Wildeshausen.

Ist auf eine Stammzellenspende angewiesen: Thorsten Wiemeyer aus Wildeshausen.

privat

Wildeshausen - Es war ein Schock für Thorsten Wiemeyer aus Wildeshausen: Bei einer Routinekontrolle im Juli hat ein Arzt auffälliges Gewebe in der Leber des 46-Jährigen entdeckt. Es stellte sich als bösartig heraus: Lymphdrüsenkrebs. Es war das dritte Mal, dass der Wildeshauser die Diagnose Krebs bekommen hat. Seit dem 10. August liegt er in Oldenburg im Krankenhaus und unterzieht sich einer Chemotherapie. „Es geht ihm den Umständen entsprechen“, sagt seine Schwester Melanie Lange. Wiemeyers Hoffnung, die Krankheit zu besiegen liegt nun darin, einen Stammzellenspender zu finden.

Erste Erkrankung 2020

Zum ersten Mal erkrankte der Wildeshauser im Frühjahr 2020. Nach gut überstandener Chemotherapie ging das normale Leben weiter, er konnte wieder arbeiten. „Leider kam es bereits im Sommer 2022 zum ersten Rezidiv, der Krebs war wieder da“, erinnert sich die Schwester. Es folgte eine sogenannte autologe Stammzelltherapie – durch eine Kombination aus Chemotherapie und Wachstumsfaktoren für Blutzellen konnten körpereigene Stammzellen aus seinem Blut gewonnen werden. Dies sei entscheidend gewesen, denn nur so sei der Einsatz einer hoch dosierten Chemotherapie gegen die Krebszellen möglich gewesen.

Danach erhielt er seine eigenen Stammzellen zurück, die so für eine Erholung der Blutbildung sorgen konnten und ihm die langsame Rückkehr in den Alltag ermöglichten.

So läuft die Spende

Die Stammzellenspende läuft ähnlich wie eine Dialyse ab. Zunächst wird der Spender mit einem Wachstumsfaktor behandelt. Dieser unterstützt die Reifung der Stammzellen im Knochenmark und bewirkt, dass sie schneller in das Blut übergehen. Danach werden sie dem Spender mit der sogenannten Stammzellapharese, vergleichbar mit einer Dialyse, ambulant entnommen. Bei diesem Prozess wird das Blut aus einer Armvene durch einen Zellseparator zurück in die Armvene des anderen Arms geleitet. Im Regelfall dauert die Blutstammzellspende etwa drei bis vier Stunden. In manchen Fällen muss sie am Folgetag wiederholt werden, um die notwendige Anzahl an Stammzellen zu erhalten. Weitere Informationen gibt es beim Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (www.zkrd.de).

Nachdem im Juli ein Morbus-Non-Hodgkin-Lymphom, vereinfacht gesagt Lymphdrüsenkrebs, festgestellt wurde, benötigt der Wildeshauser nun Stammzellen von einem Fremdspender. Daher der Appell von Freunden und Familie. „Lasst euch als Stammzellenspender registrieren. Damit schenkt ihr Thorsten und vielen anderen Patienten das Wertvollste, was es auf der Welt gibt – die Hoffnung auf ein zweites Leben.“

Typisierungsset

Für eine Stammzellenspende registrieren lassen kann sich jeder zwischen 18 und 55 Jahren. Dafür kann man eine der deutschen Spenderdateien, beispielsweise die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) kontaktieren und ein kostenloses Typisierungsset anfordern. Das geht am einfachsten im Internet unter www.dkms.de. Die Typisierung erfolgt zuhause per Wangenabstrich, die entnommene Probe wird mit entsprechender Einwilligungserklärung eingeschickt.

Alternativ könne man auch an einer Typisierungsaktion teilnehmen. Die Familie von Thorsten Wiemeyer ist dabei, eine solche Aktion in Wildeshausen zusammen mit der DKMS zu organisieren. „Das soll natürlich so zeitnah wie möglich stattfinden“, sagt Lange und appelliert an alle: „Bitte helft mit, schnell den genetischen Zwilling für Thorsten zu finden und lasst euch schnellstmöglich registrieren.“

Zeit drängt

Denn die Zeit dränge: Bis jemand, der sich neu typisieren lasse, in der Kartei lande, vergingen in der Regel sechs bis acht Wochen der Datenauswertung. „Wir hoffen einfach, das Thorsten von unserem Aufruf noch profitieren kann“, so die Schwester.

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