Wildeshausen - Die Studenten der Weißen Rose, die Offiziere um Stauffenberg, die Juden im Warschauer Ghetto: Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime, gegen Mord, Folter und Unterdrückung in den dunkelsten zwölf Jahren der deutschen Geschichte, hat es an vielen Stellen gegeben – meistens mit tödlichen Folgen für die Beteiligten. Sie haben ihren Kampf verloren und ihr Leben, aber sie haben „wichtige Zeichen gegen das Vergessen gesetzt“, wie Andreas Langen, Direktor des Gymnasiums Wildeshausen, am Freitagmittag sagte.
Dass der Widerstand gegen die Nazis nicht vergessen wird, ist auch Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Wildeshausen ein wichtiges Anliegen. Sie haben eine Ausstellung auf die Beine gestellt, die am Freitag von Langen und den beteiligten Lehrkräften eröffnet wurde. Grußworte sprachen Bürgermeister Jens Kuraschinski sowie Bodo Gideon Riethmüller vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden und Rabbi Jona Simon aus Oldenburg.
Die Ausstellung, die am Montag- und Dienstagvormittag noch bis jeweils 13 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich ist, gliedert sich in einen künstlerischen Teil, der unter Anleitung der Lehrerinnen Silke Hoffmann und Anna Blancke zustande kam, und einen historischen Teil, den Marcus Hemjeoltmanns und Dr. Petra Schönemann-Behrens mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet haben. Seit den Herbstferien hätten die Jugendlichen aus den Jahrgängen sieben bis 13 sich intensiv mit dem Nationalsozialismus und dem Widerstand auseinandergesetzt, berichtete Silke Hoffmann.
Die jüdischen Gemeinden seien dankbar für die Arbeiten im Gymnasium, sagte Riethmüller. Er lobte das Wildeshauser Modell, wonach die weiterführenden Schulen in der Stadt sich Jahr für Jahr abwechseln bei der Organisation des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und dieses „beispielhaft und nachhaltig“ umsetzen. „Hier wird nicht nur ein Kranz abgelegt!“ Im nächsten Jahr ist die Hauptschule verantwortlich für die Ausrichtung des Gedenkens: Ihre Vertreter nahmen am Ende der Feierstunde im Gymnasium den Staffelstab entgegen.
