Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Nach Trauerfall Dötlinger Bäckerei schließt nach fast 100 Jahren

Hat geschlossen: die Landbäckerei Brockshus in Dötlingen mit dem dazugehörigen Café.

Hat geschlossen: die Landbäckerei Brockshus in Dötlingen mit dem dazugehörigen Café.

Verena Sieling

Dötlingen - Das Licht ist ausgeschaltet, das aufklappbare Schild, ein sogenannter Kundenstopper, reingeholt, ein Zettel hängt an der Tür: Seit 24. Dezember sind die Landbäckerei Brockshus und das dazugehörige „Café am Ostertor“ in Dötlingen endgültig geschlossen.

„Das Brot fehlt“

Im November ist Ulf Brocks­hus nach schwerer Krankheit verstorben. Dennoch beschloss seine Frau Tanja Brockshus zunächst, das Café weiterhin zu öffnen. Ihr Mann hatte den Betrieb in dritter Generation geführt. Er war Bäckermeister, sie arbeitete im Betrieb als Bäckereifachverkäuferin. „Aber allein möchte ich nicht weitermachen“, stellt sie nun klar. Dennoch sei sie interessiert daran, eine Nachfolge zu finden – bestenfalls eine Person, die nicht nur die Bäckerei, sondern auch das Schwarzbrot-Rezept weiterführt.

Das „Dötlinger Schwarzbrot“, das in der Backstube hinter dem Café gebacken und per Hand verpackt wurde, wurde in Famila-, Edeka- sowie Combi-Märkten im Landkreis und in der Stadt Oldenburg verkauft. „Das Brot fehlt“, merkt Tanja Brockshus, würden sich doch mittlerweile Kundinnen und Kunden danach erkundigen. Im Internet bei Facebook fragt eine Nutzerin, ob eine Bäckerei das Rezept übernehmen würde. Zudem belieferten die Brockshus’ die Geschäfte mit Schinkenbrot sowie weiteren Backwaren.

Im kommenden Jahr hätte der Familienbetrieb 100-jähriges Bestehen gefeiert: Am 1. April 1923 hatte sich der Bäcker Heinrich Brockshus bei der Handwerkskammer in Oldenburg die Genehmigung zur Eröffnung einer Bäckerei geholt, am 27. Mai 1924 bezog er mit seiner Frau Gesine das Dachkämmerlein über der Backstube, ist der Chronik zu entnehmen.

Nachdem er im April 1989 in Hannover seinen Bäcker-Meisterbrief erworben hatte, übernahm Ulf Brockshus gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin am 15. Juli 1991 das Geschäft. Nach der Hochzeit wurden 1995 Tochter Michelle, 1998 Sohn Roy geboren, der ebenfalls gelernter Bäcker ist. In den darauffolgenden Jahren eröffnete das Paar zwei Filialen in Brettorf und Wildeshausen. Diese schloss das Paar aber wieder, um danach eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Bünting zu wagen: Seitdem wurden die Lebensmittelmärkte beliefert. Zur Weihnachtszeit bauten schon mal Kinder in der Backstube Lebkuchenhäuser zusammen, auf dem Weihnachtsmarkt verkaufte Familie Brockshus Berliner und Schmalzkuchen.

2017 Café umgebaut

Jetzt ist die Backstube zwar kalt: „Aber sie funktioniert noch. 2017 wurde außerdem im Café alles umgebaut“, sagt Tanja Brockshus. Soll heißen: Die Voraussetzungen für ein Weiterführen des Betriebs sind gegeben. Sie selbst zieht nun aber einen Schlussstrich.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Wills Woche

BUCH DES AFD-SPITZENKANDIDATEN KRAH „Politik von rechts“? Politik gegen die Freiheit!

Alexander Will
Interview
Niels Bötel (Mitte) spricht mit seinen Spielerinnen. Der VfL Oldenburg hat die Bundesliga-Saison auf Rang sieben abgeschlossen und war beim Final-Four-Turnier dabei.

HANDBALL-TRAINER NIELS BÖTEL IM INTERVIEW „Meine Aufgabe beim VfL Oldenburg ist noch nicht erledigt“

Otto-Ulrich Bals
Kleine Kinder haben Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen. In Oldenburg wollen Hebammen Unterrichtsstunden zu diesen Themen in den vierten Klassen geben.

PILOTPROJEKT IN OLDENBURG Schwangerschaft, Geburt und Stillen – Was Grundschüler bei Hebammen lernen

Anja Biewald
Oldenburg
Analyse
Bundeskanzler Olaf Scholz besucht den Katholikentag in Erfurt

SPD-WAHLKAMPF ZUR EUROPA-WAHL Zieht der Kanzler im Osten?

Kerstin Münstermann Büro Berlin
Delitzsch
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld