Wildeshausen - Einen Baubeginn noch in diesem Sommer strebt der Wildeshauser Unternehmer Timo Poppe an, der den historischen Gebäudekomplex an der Ecke Kleine Straße/Heiligenstraße erworben hat. Die Stadtverwaltung legt ihm jedenfalls keine Steine in den Weg: Der Abriss und Neubau des an der Heiligenstraße gelegenen Gebäudeteils, in dem bisher die Gaststätte „Die kleine Kneipe“ untergebracht war, sowie die geplante Nutzung als Wohnhaus mit Arztpraxis werden in der Beschlussvorlage für den Bauausschuss des Rates befürwortet.
Positive Signale
Ob der Ausschuss das ebenso sieht, wird sich in der Sitzung an diesem Donnerstag, 17. Februar, ab 18.15 Uhr im Rathaus zeigen.
Im Vorfeld hatte Poppe nach eigenen Angaben von Politik und Verwaltung positive Signale für sein Projekt bekommen. Im Erdgeschoss des Komplexes, der aus drei Gebäudeteilen besteht, ist eine Arztpraxis geplant, darüber hinaus sollen insgesamt sechs Wohnungen entstehen. Damit diese barrierefrei zugänglich sind, ist ein Fahrstuhl erforderlich. Unter anderem deshalb muss der Gebäudeteil an der Heiligenstraße abgerissen und neu gebaut werden. Denkmalschutz besteht dort nach Angaben des Landkreises Oldenburg nicht.
Timo Poppe will das Gebäudeensemble gegenüber vom Stellmacherplatz, wie er in dieser Zeitung ankündigte, zu einem „Schmuckstück für die Innenstadt“ entwickeln. Ob er dazu auch das Haus Kleine Straße 14 braucht, ist eine Frage, die sich jetzt offenbar ebenfalls stellt. Die Stadt möchte das Gebäude, in dem sich früher das städtische Jugendzentrum befand, gern verkaufen und eine Entscheidung steht in Kürze bevor, sagte Hans Ufferfilge, Sprecher der Stadtverwaltung, auf Nachfrage.
Wer der mögliche Käufer ist, bleibt zunächst noch ein Geheimnis. Einer, der sich seit Jahren für diese Immobilie interessierte, ist Otto Sandkuhl. Der Rechterfelder, dem mehrere Häuser in der Wildeshauser Innenstadt gehören, kommt nach eigenen Angaben aber nicht zum Zuge. Und das ärgert ihn: Sandkuhl ist seit Jahren bestrebt, den Parkplatz hinter dem Haus Westerstraße 25, in dem die NWZ-Redaktion zuhause ist, rückwärtig an die Kleine Straße anzubinden. So wäre der Platz, dessen 23 Stellflächen von verschiedenen Mietern genutzt werden, auch dann zu erreichen, wenn die Westerstraße wegen Veranstaltungen gesperrt ist.
Eine Zufahrt wäre aus Sandkuhls Sicht über das Grundstück Kleine Straße 14 möglich, dafür müsste indes das dortige Haus abgerissen und neu gebaut werden. Das lehne die Stadt aber ab, sei ihm jetzt mitgeteilt worden. Unter Denkmalschutz steht auch dieses Gebäude nicht, es soll jedoch offenbar erhalten bleiben.
Brief an den Stadtrat
Sandkuhl hätte sich ein Gespräch zwischen ihm, Timo Poppe und Vertretern der Stadt gewünscht, um mögliche Planungen aufeinander abzustimmen – dazu sei es nicht gekommen. Er fühle sich als Investor von der Stadt „geblockt“, schreibt er in einem Brief an die Fraktionen und einzelne Mitglieder des Stadtrates. Timo Poppe wünscht er indes für seine Pläne eine glückliche Hand: „Ich bin sicher“, so Sandkuhl, „er wird den Eckbereich Kleine/Heiligenstraße bestens gestalten.“
