Ein Besuch am Pfingstsonntag in Hiddigwardermoor ist für unzählige Menschen aus der gesamten Region inzwischen Pflichtprogramm – selbst wenn zur allerbesten Kaffeezeit heftige Gewitterschauer niedergehen. Auch in diesem Jahr lockte die mit viel Liebe und Engagement von „de Moorlü“ organisierte Veranstaltung „und Pfingsten ins Moor…“ Scharen von Besuchern aller Altersgruppen an.

Bereits Kultstatus hat dabei der plattdeutsche Gottesdienst, mit dem das Fest im beschaulichen Berner Ortsteil traditionell beginnt. Rund 200 Gläubige aus sämtlichen umliegenden Gemeinden füllten das Festzelt, um sich gemeinsam mit Pfarrer Ingmar Hammann und dem Berner Posaunenchor auf das Pfingstfest einzustimmen.

Anschließend ging es mit dem „Musikzug Bookholzberg“ weiter, der bei noch strahlendem Sonnenschein im norddeutschen Flachland bayrische Stimmung aufkommen ließ – sehr zur Freude des Publikums. „Wir waren das erste Mal hier, aber der Auftritt im nächsten Jahr ist bereits abgemacht“, freute sich nach dem Konzert Dirigent und Vorsitzender Andreas Hiller über die Begeisterung, mit der er und seine mehr als 20 in Lederhose oder Dirndl gekleideten Musiker aufgenommen wurden.

Mitsingen, Kaffee trinken, lange nicht gesehene Bekannte treffen oder sogar ein kleines Tänzchen wagen hieß es dann am frühen Nachmittag, als das Duo „Concord“ die Bühne übernahm und musikalisch den Genuss der selbst gebackenen Kuchen und Torten umrahmte. Gewitter und Regen sorgten dabei für eine besonders gemütliche Atmosphäre im Festzelt.

Viel Spaß hatten die Gäste mit Michael Meyer. Verkleidet als Frau brachte der aus „Bauer sucht Frau“ bekannte Landwirt das Publikum zum Lachen. Und er tröstete auch die ganz jungen Besucher darüber hinweg, dass die beliebte Strohrutsche während der Schauer abgedeckt bleiben musste und die Ponys unter dem schützenden Vordach der gegenüberliegenden Scheune pausierten. Aktionen wie Kaninchenstreicheln, Schminken oder das Toben auf der Hasenhüpfburg waren aber zum Glück überdacht.

Nachdem gegen 20 Uhr feierlich die Pfingstkrone am geschmückten Eingangstor hochgezogen war, gehörte das Festzelt zunächst eine Stunde lang der reiferen Generation. Die DJs Michael und Nico verstanden es danach bestens, mit ihren Hits die Jugendlichen und Junggebliebene aufs Parkett zu locken. Die riesige Party endete wie immer erst in den frühen Morgenstunden.

Der Rohbau ist fertig. Knapp vier Monate nach Beginn der Bauarbeiten feierten die Dorfgemeinschaft Lintel und der Schützenverein Lintel das Richtfest ihres neuen Schützenhaus-Anbaus. Das Gebäude wurde um Sanitär- und Lagerräume erweitert. Finanziell gefördert durch Mittel der Gemeinde und der EU im Rahmen des Projektes Dorferneuerung haben die Linteler bereits im Februar begonnen, die alte Mauer des Schützenhauses abzureißen, um für das neue Haus Platz zu machen. Sechs Räume und ein halboffener Pavillon stehen jetzt direkt neben der Schießanlage der Schützen. Das musste gefeiert werden und die Linteler waren dafür vorbereitet.

Die komplette Nachbarschaft hatte sich zusammengetan, um den Richtkranz zu gestalten und an einem langen Holzbalken zum Schützenhaus zu tragen. Dort folgten sie der Tradition und schlugen den Balken gegen alle vier Ecken des Neubaus. Anschließend kletterten Frank Tönjes und die Zimmermänner Uwe und Dennis Precht auf das Dach, um den Richtspruch zu verkünden.

Zum Schluss befestigten die Männer den Richtkranz mitten auf dem Dach und stießen gemeinsam mit den applaudierenden Lintelern auf den fertigen Rohbau an.

„Bisher läuft alles nach Plan“, berichtete Organisator Frank Tönjes. Ein Kern aus 15 Helfern arbeite seit Februar jedes Wochenende auf dem Bau, damit die neuen Räume bis Oktober fertig sind. Auch ein kleiner Spielplatz gehört zum Bebauungsplan.

Im nächsten Schritt kommen zunächst die Dachpfannen auf das Gebäude. Fliesenputzarbeiten und die Installation der Sanitäranlagen sollen folgen. „Wir haben im Dorf eigentlich alle Gewerke vertreten, die wir brauchen“, sagte Tönjes. Die Fertigstellung des Projektes erfolge also in kompletter Eigenregie.

Schon heute ist das Linteler Schützenhaus der Dorfmittelpunkt. Das neue Haus soll diese Funktion noch mehr unterstützen. Vor allem der offene Pavillon und das Außengelände sollen das Haus für Besucher attraktiver machen.