Ganderkesee - Es sorgt regelmäßig für Aufregung, wenn Bäume gefällt werden – erst recht dann, wenn die Kritiker solcher Maßnahmen erfahren, dass alles rechtens ist. Es gibt in der Gemeinde Ganderkesee keine Baumschutzsatzung, das heißt: Die Gemeinde hat keine Handhabe, wenn Grundstückseigentümer Bäume fällen möchten – außer, der entsprechende Baum ist im Bebauungsplan als schützenswert vermerkt oder nachträglich unter Schutz gestellt worden.
Anspruch auf Zuschuss
2020 mündeten die Debatten um den Baumschutz in einen politischen Kompromiss: Grundstückseigentümer können ortsbildprägende Bäume oder Bäume, die von besonderer Bedeutung für den Naturhaushalt sind, freiwillig unter Schutz stellen lassen. Sie haben dann Anspruch auf finanzielle Unterstützung für den Unterhalt ihrer Bäume: 75 Prozent der Kosten einer Pflegemaßnahme, bis zu 3000 Euro, übernimmt die Gemeinde.
Als Beleg dafür, dass der eingeschlagene Weg zum Erfolg führt, wertete der Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung vier Anträge von Privatleuten auf Unterschutzstellung von insgesamt sechs Bäumen. Alle Mitglieder sprachen sich dafür aus, zwei Eichen am Heideweg 26 in Ganderkesee, eine Eiche am Heider See 21 in Heide, eine Buche am Trendelbuscher Weg 57 in Schierbrok sowie eine Eiche und eine Rotbuche auf einem unbebauten Grundstück am Windmühlenweg (zwischen den Hausnummern 7 und 9) in Bookholzberg unter Schutz zu stellen. Nach dem Umweltausschuss müssen nun noch Verwaltungsausschuss und Rat grünes Licht erteilen.
Grünen-Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Berendt stimmte ebenfalls zu – betonte aber, dass seine Fraktion weiter auf eine Baumschutzsatzung drängen werde. Für die Grünen sei die Kompromisslösung „nur ein Teil dessen, was Baumschutz bedeutet“ und „kein Ersatz für eine komplette Baumschutzsatzung“.
Klima-Workshop
Unzufrieden zeigte sich Schulz-Berendt in der Sitzung darüber hinaus mit den Bemühungen der Gemeinde zum Klimaschutz: Nachdem das Klimaschutzkonzept offiziell ausgelaufen sei, bedürfe es eines weiteren Plans um den CO
Uneinig waren sich die Fraktionen in der Frage, ob der Workshop möglichst schnell und per Videokonferenz, oder zu einem späteren Zeitpunkt in Präsenz stattfinden soll. Während Ulf Moritz (SPD) ebenfalls forderte, die Veranstaltung kurzfristig online stattfinden zu lassen – auch um zu verhindern, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehe, „dass der Klimaworkshop nicht stattfinden soll“ – sprachen sich FDP, CDU und Freie Wähler/UWG genau wie Bürgermeister Ralf Wessel für eine Zusammenkunft in Präsenz aus. Da sie konzeptionell vorbereitet sei, halte er einen Termin im zweiten Quartal für realistisch, so Wessel.
